Wie das Weihnachtswunder unterschiedlich dargestellt werden kann

Leopold Köber aus Augsburg stellt zwei Krippen mit Figuren aus Lindenholz aus, die er im Sommer auf der Terrasse schnitzte.
 
Die Flötenkinder unter Leitung von Karin Albert spielten weihnachtliche Stücke, bevor Siegfried Oswald (links hinten) und Bürgermeister Hans-Dieter Kandler (rechts hinten) die Ausstellung eröffneten.
Mering: Papst-Johannes-Haus | Krippen und biblische Szenen aus aller Welt sind bei der 14. Meringer Ausstellung unter dem Motto „Sehen, stauen und erleben“ zu sehen

Krippen zeigen das Wunder von Bethlehem, das Gott für die Menschen geschehen ließ. Eine Gelegenheit, sich mit der Weihnachtsgeschichte zu befassen, bietet die 14. Krippenausstellung im Papst-Johannes-Haus, bei der Teilnehmer im Alter von 11 bis 82 Jahren ihre Krippen zeigen. Seit 28 Jahren organisieren die Meringer Krippenfreunde unter ihrem Vorsitzenden Siegfried Oswald im zweijährigen Rhythmus die interessante Ausstellung privater Krippen und biblischer Exponate.

Zur Eröffnung am Samstagnachmittag kamen schon etwa 130 Besucher, welche die Flötenkinder unter Leitung von Karin Albert mit weihnachtlichen Stücken umrahmten. Der Frauenbund bot Kaffee, Glühwein und Kuchen an. Der Multiple-Sklerose-Stammtisch, der auch am zweiten Wochenende nochmal anwesend ist, verkaufte Marmeladen, Apfelmus, Karten, Holzdeko, Taschen, Socken und Schmuck. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler sagte in seiner Ansprache, dass es interessant sei, wie das Thema immer wieder anders dargestellt werden könne und den Besuchern Ideen für das eigene Heim geben könne. Siegfried Oswald erinnerte daran, dass auch der Initiator Alfred Merk wieder fleißig mitgearbeitet hatte. Pater Kunz freute sich über die lebendige Tradition in Mering und dass auch junge Menschen miteingestiegen seien. Mit seiner Schlüsselübergabe an die Krippenfreunde eröffnete er die Ausstellung offiziell. Bereits vor zwei Jahren hatten sich erste Teilnehmer angemeldet, aber aufgrund der warmen Temperaturen lief die Anmeldung sehr schleppend. Erst Anfang November wäre es richtig losgegangen, aber am Schluss hätten sie zehn Leuten eine Absage erteilen müssen, erzählte Oswald. Die Ausstellung zeigt sehr schöne Objekte in der Größe von wenigen Zentimetern bis zu drei Metern. Eine gelungene Darstellung sei für ihn die vor 40 Jahren von Kindern im Alter von 8 und 9 Jahren gefertigte Tonkrippe, deren Figuren sehr ausdrucksstarke Gesichter hätten, erklärte er. Eine Rindenkrippe mit geschnitzten und getöpferten Figuren hatte er aus einem Nachlass geschenkt bekommen, restaurierte sie und kleidete die Figuren neu ein. Manche Teilnehmer steuerten gleich mehrere Krippen bei, größere haben sogar eine gemalte Landschaft als Hintergrund. Die engagierte Krippensammlerin Gerlinde Lippmann aus Kissing, zeigt einen Krippenweg mit neun Krippen vom Süden bis in den Norden Europas, auch eine Krippe aus Indonesien ist dabei. Zwei peruanische Werke stellt Erika Young aus. Viele alpenländische und orientalische Krippen sind zu sehen. Bei einer Krippe aus dem Alpenland sind sogar Rehe, ein Hirsch und eine Kuh mit Glocke auf der Wiese vor dem Stall zu sehen. Riesig ist die von Andreas Vötter mit einer Größe von 3 mal 1,5 Metern und Holzfiguren aus dem Grödnertal: statt drei Weisen aus dem Morgenland sind es hier sechs, eine große Anzahl an Schafen und Hirten sind auf dem Feld unterwegs. Leopold Köber aus Augsburg, der zwei Krippen mit Figuren aus Lindenholz ausstellt und zum vierten Mal dabei ist, verriet, dass er in 14 Jahren 100 Krippen angefertigt habe, die er Freunden zum Geburtstag oder Hochzeitstag schenke. „Anfangs brauchte ich für eine Figur einen halben Tag. Im Sommer schnitze ich sie auf der Terrasse, den Stall fertige ich im Winter in meiner Werkstatt im Keller“, sagte er. Die orientalische Krippe von Xaver Mayr mit einer Ruine, einem offenen Fenster und einem Baum gefiel der Besucherin Agnes Haufe aus Motzenhofen besonders gut. Sie würde sie aber nicht so offen gestalten, weil das Jesuskind sonst friere, meinte sie. Außergewöhnlich ist eine Baumscheibe als Wandkrippe oder eine kleine Kristallkrippe. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Krippenausstellung von Montag bis Freitag zwischen 16 und 19 Uhr zu besichtigen. Am Wochenende ist am Samstag von 14 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, am Ausgang wird um eine Spende für ein Kirchenbauprojekt in Togo, einen Kindergarten in Namibia und eine soziale Meringer Einrichtung gebeten.
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