Zum 25-jährigen Jubiläum spielt die Marionettenbühne Mering das allererste Stück

Während die leibliche Tochter (links) lieber auf der Bank sitzt und faulenzt, soll die Stiefschwester alle anstehenden Arbeiten verrichten, den Geißbock füttern gehört auch dazu.
 
Als die Stieftochter die Spule in den Brunnen fallen ließ, muss sie auf Anweisung der Mutter hineinspringen, um sie wieder zu holen. Was sie bei Frau Holle erlebt, erfahren die Zuschauer beim nächsten Grimm'schen Märchen in der Volksbühne Mering.
Mering: Volksbühne | Am 2. November ist die Premiere des Märchens „Frau Holle“. Es stand bereits 1994, 1999 und 2010 auf dem Programm.

Die leibliche Tochter sitzt auf der Bank und ruht sich aus. Sie ruft die Stiefschwester, die für sie einen großen Stein vom Weg entfernen soll. Als diese den hungrigen Geißbock versorgt, wird sie von ihrer Stiefmutter getadelt und an das Spinnrad geschickt. Was sie bei Frau Holle erlebt, als sie in den Brunnen sprang, um die hineingefallene Spule zu holen, können die Besucher in der einstündigen Aufführung des Grimm’schen Märchens erleben.

Mit Schulbeginn starteten die Proben in den Räumen der Volksbühne Mering, die pro Vorstellung 80 Besuchern Platz bietet. Viele Schulklassen und Kindergärten meldeten sich bereits bei Hildegard Wenderoth für einen der Vormittage im Monat November an. 800 Karten wurden gleich in der ersten Woche reserviert, erzählt sie begeistert. Zwei Gruppen sind für die Vorführungen zuständig. Zum Vormittagsteam, das pro Woche acht Aufführungen stemmt, zählen Christiane Danzfuß, Hildegard Wenderoth, Christine Hieke und Anni Strohauer im Wechsel mit Maria Kamm. Ellinor Danzfuß, die den Text überarbeitete und das Tonbild neu aufnahm, führt Regie. Im Wochenendteam spielen Petra Bischofer, Simon Deutsch, Sonja Hofmann und Viktoria Hartmuth im Wechsel mit Petra Schlehuber. Dort ist Lukas Bischofer für die Regie zuständig.

In den Monaten Juli und August entstand das neue Tonbild mit Sprechern, die schon in den vergangenen Jahren mitwirkten, aber es sind auch neue Stimmen dabei. Erzählerin ist Sonja Hofmann, den Geißbock sprach Simon Deutsch, den Hahn Wolfgang Günthel. Der Pechmarie gab Vanessa Hartmann die Stimme, als Goldmarie ist Christine Hieke zu hören. Die Mutter übernahm Gabi Fixmer, für Frau Holle war Ilka Wieland mit ihrer sanften Stimme am besten geeignet. Das Brot übernahm Lukas Bischofer, den Baum Bodo Danzfuß, die Äpfel wurden von mehreren Personen gesprochen, informierte Ellinor Danzfuß. „Obwohl die Stieftochter alle Arbeiten verrichtet, die ihr die Schwester und Mutter auftragen, ist sie trotzdem selbstbewusst und äußert mitunter auch Kritik an der Schwester“, verrät Danzfuß. „Die eigene Tochter ist eigentlich nicht so hübsch, aber sie betrachtet sich als die wichtigere“, fügt sie hinzu. Obwohl sich der Geißbock und der Hahn manchmal necken und Spitznamen geben, seien sie sehr gute Freunde. Der Hahn wird als Rotschopf oder Lästerschnabel bezeichnet, den Geißbock nennt er „Meister Langbart“. Ein gutes Verhältnis zwischen Tieren gefalle den Kindern besonders, weiß sie und habe dies bei der Überarbeitung des Textes berücksichtigt. Höhepunkt des Stückes sind sicherlich die Szenen bei Frau Holle. Auf der Wiese und im Haus ist viel Musik zu hören. Die Einspielungen mit Geige, Flöte, Glockenspiel und Klavier übernahm Ellinor Danzfuß selbst. „Wenn die Schwestern die Betten schütteln, merken die Zuschauer an der Art und Weise, wie ich das Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ spiele, sofort, wer die fleißigere von den beiden ist“, sagt sie.

Die Bühnenbilder und Marionetten des Stückes stammen von dem Gründer der Volksbühne Martin Schallermeir. Den Hof, auf dem die Mutter mit der Gold- und Pechmarie wohnt, hat er in die Berge gelegt. Die Tiere fertigte der vor kurzem verstorbene Kurt Schiller an. Das Besondere in Mering ist die Seitenbühne, auf der sich die Wiese mit dem Backofen und dem Apfelbaum befinden wird.

Info: Kartenvorbestellungen für das Wochenende bei Christine Hieke unter 08233/789141 oder über www.volksbuehne-mering.de
Vom 4. bis 29. November finden die Vorstellungen für Schulen und Kindergärten von Montag bis Freitag (außer Mittwoch) um 9 und um 10.30 Uhr statt. Kartenvorbestellungen für Gruppen bei Hildegard Wenderoth Tel. 01522/9722439
Preise: 3,50 Euro pro Person, Gruppen bezahlen 3 Euro
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