Großes Interesse an der Bürgerversammlung, aber Jugendliche und junge Erwachsene fehlen

Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler stellte zuerst seinen Tätigkeitsbericht vor, bevor die Bürger die Möglichkeit für Fragen und Anliegen hatten.
 
Zur Bürgerversammlung kamen viele Interessierte ins Papst-Johannes-Haus, Jugendliche und junge Erwachsene fehlten weitgehend.
Mering: Papst-Johannes-Haus, Michaelstuben | Der Gewerbepark West erhitzt noch immer die Gemüter. Eine Bürgerin forderte eine Kosten-Nutzen-Analyse statt einer Deckungsbeitragsrechnung. Sie beklagte fehlende Transparenz und einen Vertrauensverlust.

Voll besetzt war das Papst-Johannes-Haus, als Erster Bürgermeister Hans-Dieter Kandler die Bürgerversammlung eröffnete. Die Mitarbeiter der Verwaltung waren anwesend, um eventuelle Fragen zu beantworten. Der Bürgermeister begrüßte die Marktgemeinde- und Kreisräte und entschuldigte die Ehrenbürgerin Ellen Kratzer. Bevor er mit seinem Tätigkeitsbericht begann, informierte er über die Erledigung von Anliegen aus der Bürgerversammlung vom 1. Februar 2017.

Der Marktgemeinderat befasste sich im Jahr 2017 vorrangig mit vier Bebauungsplänen: der Geßweinstraße, der Zugspitzstraße, dem Gewerbegebiet südlich der B 2 und dem Gewerbepark Mering-West. Auf die Chronologie des umstrittenen Gewerbegebietes, dem der Marktgemeinderat bereits am 20. April 2016 mit großer Mehrheit zugestimmt hatte, ging er genauer ein. Im Juli 2017 sei die Firma Honold auf die Gemeinde zugekommen und habe ihr Projekt vorgestellt. Am 24. August erfolgte in einer Sondersitzung der Aufstellungsbeschluss mit 19 : 3 Stimmen, ohne dass der Investor genannt werden durfte. Da die KUKA AG vor kurzem absagte, könne der vorgesehene Erschließungsplan nicht mehr realisiert werden. Honold habe dadurch als einziges einen finanziellen Schaden erlitten und versuche das Projekt in verkleinerter Form umzusetzen. Ob es gelinge, sei offen. Über die nicht belegten Flächen wurden inzwischen Anfragen an die Gemeinde gestellt, die jetzt Baurecht schaffen müsse, um die Grundstücke veräußern zu können. „Es dürfte nicht sinnvoll sein, die ganzen 9 Hektar auf einen Schlag zu erschließen, weil dadurch Kosten in Höhe von 3,6 bis 3,9 Millionen Euro entstehen, von denen wir nicht wissen, wann sie wieder durch Verkauf zurückfließen“, beendete Kandler die detaillierten Erklärungen.

Die Schulden sanken zum Jahresende 2017 auf 6,215 Millionen Euro, das Gewerbesteueraufkommen erreichte erstmals über 3 Millionen. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer überstieg zum ersten Mal die 10 Millionen-Grenze. Allerdings musste Mering auch eine Rekordkreisumlage von 6,4 Millionen entrichten. In der Marktgemeinde wurden viele Investitionen Dritter getätigt. Die Wohnbau GmbH für den Landkreis Aichach-Friedberg investierte 10 Millionen Euro in drei Bauprojekte des sozialen Wohnungsbaus: in der Schwägerlstraße, der Kissinger Straße und der Wendelsteinstraße. Die Deutsche Telekom baute das Breitbandnetz aus. Der Spatenstich für das neue Vereinsheim des Heimat- und Trachtenvereins Almarausch erfolgte am 30. August. Das Mensagebäude am Gymnasium wird für die Rückkehr zum G 9 aufgestockt. Der Markt Mering investierte in das Neubaugebiet Oberfeld I, den Hochbehälter in Meringerzell und den Neubau der Meringerzeller Straße. Die Sprungtürme im Freibad wurden ausgetauscht. Beschlossen wurde die Erweiterung des Bauhofs. Für die Vision 2025 erhielt das Büro UTA in Stuttgart den Auftrag und arbeitete vier Varianten aus. Was die Betreuung der Grundschüler am Nachmittag betrifft, hält Mering weiterhin an der Hortbetreuung fest und möchte in der Ambérieustraße ein neues Gebäude errichten und im Bereich der Alten Burg einen Ersatzbau vornehmen. Beim Thema „Kultur und Soziales“ sprach Kandler die neue Bürgerstiftung, den Umzug der Meringer Tafel, den 60. Geburtstag des Freibades und den beliebten Biergarten am Badanger an.

In der Fragerunde meldeten sich mehrere Bürger zum Gewerbepark West zu Wort. Anke Boskowa stellte den Antrag auf eine Kosten-Nutzen-Analyse, um als Bürger mehr Transparenz zu bekommen. Norbert Beisel befürchtet bei einem Logistiker, dass er das Personal entlassen und billigeres einstellen könne. Stefan Sumperl ärgerte sich über die lange halbseitige Sperrung der Herzog-Wilhelm-Straße. Was die Brücke über die Paar betrifft, liegt die Anfrage auf einen Kostenzuschuss noch bei der Regierung von Schwaben. Der geplante AVV-Bus von Königsbrunn nach Mering werde nicht in St. Afra, sondern nur am Bahnhof Mering halten, gab Kandler Auskunft.
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