Petition gegen die Ansiedlung der Honold Logistikgruppe in Mering

Eine der Honold-Logistikhallen in Gersthofen. Sieht es auch in Mering bald so aus?

Petition gegen die Ansiedlung von Honold ist online

Die Gegner der Osttangente haben seit Veröffentlichung der Pläne für die autobahnähnliche Osttangente im Westen von Augsburg vorausgesagt, dass links und rechts von dieser Straße neue Industrie- und Gewerbegebiete entstehen werden. Sie befürchten damit eine weitere Industriealisierung des Lechfeldes und weiteren Verlust von Natur- und Naherholungsflächen. Mit der Ansiedlung des Großlogistikers Honold bei Mering scheint sich diese Befürchtung nun zu bestätigen. Aus diesem Grunde wurde mit Unterstützung von Bündnis 90/Die Grünen eine an den Marktgemeinderat Mering und die Firmen Honold und KUKA gerichtete öffentliche Online-Petition gestartet. An dieser können sich alle Bürger beteiligen. Sie ist unter der Internetadresse www.openpetition.de/!MeringOhneHonold ( https://www.openpetition.de/petition/online/keine-ansiedlung-der-honold-logistikgruppe-und-kuka-in-mering )  im Internet erreichbar.

Warum eine Petition?

Das Gesicht unserer Heimat am Lech wird sich durch diese verhängnisvolle Entwicklung innerhalb weniger Jahre weiter zum Nachteil verändern. Diese Entwicklung können nur wir Bürgerinnen und Bürger stoppen, da unsere Politiker sich weitgehend uneinsichtig zeigen und sich vor den Karren von Industrie und Großhandel spannen lassen, die aus unserer Region am liebsten einen gigantischen Logistik- und Produktionsstandort mit Autobahnanschluss machen möchten“, erklärt der Sprecher von Aktionsbündniss Keine Osttangente, Wolfhard von Thienen. Diese Befürchtung hat sich jetzt nach Ansicht der Osttangentengegner recht schnell bestätigt, indem der Logistikkonzern Honold bei Mering ein großes Logistikzentrum mit Vorfertigung für die Firma KUKA errichten möchte. Dabei sollen im Lechfeld westlich von Mering drei große Hallen mit einer Länge von 260 Metern und einer Höhe von 15 Metern auf einer Fläche von 8 Hektar errichtet werden. Viele Meringer laufen inzwischen Sturm gegen dieses Vorhaben und befürchten nicht nur eine Verschandelung des Ortsbildes und der Naturlandschaft am Lech sondern eine Zunahme der Emissionen und des Verkehrs und eine Beeinträchtigung der Naherholungsgebiete an der Ortsrandlage. Auch befürchten sie ein finanzielles Abenteuer, denn eine Kosten-/Nutzenrechnung existiert bisher nicht und die Vorhersagen für Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze sind völlig unsicher. Dies zeigt sich daran, dass sich allein die für die archäologischen Untersuchungen veranschlagten Kosten mehr als verdoppelt haben und die Gemeinde auf Grund nicht einkalkulierter Auflagen für den Naturschutz kurzfristig Flächen in Höhe von ca. 540.000 Euro erwerben musste.
Bürgermeister und Mehrheit des Marktgemeiderates sehen das bisher allerdings anders. Sie hoffen das Vorhaben kostenneutral abwickeln zu können. Weiterhin hoffen sie auf 140.000 Euro zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen pro Jahr und eventuell 40 Arbeitsplätze für Meringer Arbeitnehmer. Dadurch sollen dann Kindergartenplätze für die wachsende Gemeinde sowie ein neues Bürgerzentrum im Rahmen der sogenannten Vision 2025 finanziert werden. Nach Darstellung des Aktionsbündnisses gibt es immer mehr Skeptiker im Marktgemeinderat und auch die Firma KUKA prüft weitere Standorte. Um so wichtiger sei es aus Sicht des Aktionsbündnisses, die verantwortlichen Entscheidungsträger in der Gemeinde und bei den beteiligten Firmen jetzt mit Hilfe der Petition davon zu überzeugen, dass sie im Begriff sind, einen falschen Weg einzuschlagen.

Wer kann sich beteiligen?

Die Petition ist öffentlich. Jeder kann sich an ihr beteiligen und sie unterzeichnen. In sechs Wochen werden die Unterschriften an den Marktgemeinderat Mering sowie an die Firmen Honold und KUKA übergeben. 

Passt Honold nach Mering?

Honold ist einer der größten Logistiker in Süddeutschland mit Niederlassungen an 20 Standorten im In- und Ausland. „Es ist zu hinterfragen, warum der großzügige Flächenverkauf an den Honold-Großlogistiker angestrebt wird, wenn sich die Gewerbesteuereinnahmen auf ca. 2,-- €/qm belaufen werden. Dies sieht sehr nach Ausverkauf von wertvoller Heimatfläche aus und steht im starken Kontrast mit dem festgelegten städtebaulichen Entwicklungskonzept“, betont Gudrun Richter, die Co-Sprecherin des Aktionsbündnisses. Die Osttangentengegner weisen darauf hin, dass sich die Gemeinde in ihrem städtebaulichen Entwicklungskonzept ganz andere Ziele gesetzt hat, nämlich „Wachstum mit Augenmaß“ und Ansiedlung von Kleinunternehmen, Mittelständlern und Startups aus den Bereichen IT und Hochtechnologie. Diese brächten wesentlich mehr Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze als ausgerechnet ein Logistiker, bei dem viele andere Gemeinden dankend abwinken, weil dadurch der Flächenverbrauch pro Arbeitsplatz viel zu hoch sei. Aus Sicht der Sprecher des Aktionsbündnisses „verschenkt die Marktgemeinde hier ein wertvolles Gewerbegebiet, das mit Hilfe eines Projektentwicklers wesentlich gewinnbringender vermarktet werden könnte und sich wesentlich besser architektonisch und umwelttechnisch in Landschaft und Ortsbild einpassen könnte als ausgerechnet drei riesige Logistikhallen.“
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