Bergrennen in Mickhausen: Der Countdown läuft

Reinhold Haupt mit der Startnummer 929 aus Ludendorf/Rechling Gruppe: E-Mobil-Berg-Cup Klasse E2 mit einem Kyburz e-rod (Foto: Reinhold Haupt, veröffentlicht auf der Homepage des ASC-Bobingen)

Motorsportbegeisterte fiebern dem Bergrennen am Wochenende den 5. und 6. Oktober in Mickhausen entgegen.

Wenn man der 14-tägigen Wetterprognose Vertrauen schenkt, dann werden bestimmt 20.000 Besucher ihre Regenschirme zu Hause lassen können. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein werden sie eine Neuauflage des Bergrennens in Mickhausen erleben.

„Da die Organisation des Rennens sehr umfangreich ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, mussten wir 2017 pausieren. Die Personen vom bewährten Orga-Team haben berufliche Verpflichtungen und die Brötchen müssen zuerst verdient werden. Klar, wir hätten schon irgendetwas hinschustern können. Wir haben uns da aber lieber für eine Pause entschieden, um dann wieder ordentlich durchzustarten“, so der ASC-Vorsitzende Michael Kanth.

Am Freitag und Samstag kümmern sich 20 Personen um den Streckenaufbau. 2,2 km werden zur Rennstrecke umfunktioniert. Sogar die Reifenstapel müssen streng nach Vorschrift hergerichtet werden. Anschließend erfolgt eine Streckenabnahme vom DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e.V.). Hier wird genau geprüft, ob alle Vorschriften eingehalten wurden oder ob noch nachgebessert werden muss. „Wenns ganz schlimm ist, hat der DMSB das Recht, die Strecke zu sperren. Aber keine Angst, wir wissen was auf uns zukommt. Wir machen das ja schon seit 2001“ fügt Kanth beruhigend hinzu.

Neuigkeiten und Premieren

Da der Verein heuer zum ersten mal den Festzeltbetrieb selbst in die Hand nimmt, ist er sehr dankbar, dass andere Vereine sich ebenfalls zum Helfen angeboten haben. „Bei 170 Mitgliedern, die unser Verein zählt, wäre das alles alleine nicht machbar. Sogar Helfer aus Österreich haben sich angeboten“, erläutert der Vorsitzende.

Über eine größere Videowand mit höherer Bildqualität können sich die Zuschauer ebenfalls freuen. Dafür entfällt jedoch die Tribüne. Die Kosten hierfür sind zu hoch.
Ebenfalls neu: E-Autos feiern Premiere. Bei diesem Rennen zählt nicht die Schnelligkeit, sondern die Gleichmäßigkeit, mit der gefahren wird. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt hier 80 km/h.
Bei einer 2,2 km langen Rennstrecke und gleichmäßiger Fahrt heißt das, mit 1,39 min. durch das Ziel zu fahren. Derjenige, der dieses Fingerspitzengefühl besitzt, hat gewonnen und ist Sieger.
Die E-Autos haben die Startnummern ab 900 aufwärts.

Während der Veranstaltung kommen weitere folgende Wettbewerbe zur Durchführung:
Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft 2019
DMSB-Automobil-Berg-Cup 2019
KW-Berg-Cup
KW Berg-Cup National
NSU-Bergpokal im KW-Berg-Cup
Luxemburger Automobil Berg Meisterschaft

Der KW Berg Cup wird international ausgetragen, die anderen Wettbewerbe national.

Für die Wertung bei diesen Rennen werden die Zeiten aller drei Rennläufe eines Fahrers addiert. Für die Luxemburger Bergmeisterschaft wird nur der beste Rennlauf herangezogen. Der Zeitnehmer wird hierfür gesonderte Ergebnislisten erstellen.

Dass das Rennen bei den Teams in der Beliebtheitsskala ganz weit oben steht und international einen hervorragenden Ruf genießt, steht außer Frage.
„ Sogar aus der Schweiz und Slowenien haben sich Teilnehmer angemeldet, obwohl es Ihnen keine Punkte bringt. Einfach aus Spaß an der Freude! Wir genießen im Ausland einen sehr hohen Stellenwert!“, berichtet Kanth stolz.

Aber bevor es nun am 5.10. zum Start geht, müssen die Fahrer um 8:00 Uhr zu einer Fahrerbesprechung ins Festzelt. „ Es ist ein sog. Briefing. Hier werden wichtige Verhaltensregeln erläutert, bei eventuell auftretenden Problemen.“ Als Beispiel nennt Kanth eine Rennunterbrechung bei Ölunfall. „Das ist etwas, was schnell mal bei einem Motorschaden auftritt. Es würde den ganzen Zeitplan durcheinander bringen. Bis die Spuren beseitigt sind, vergeht eine gute Stunde!“ Auch legt er Wert darauf, dieses Briefing mündlich den Fahrern zu überbringen. „Jeder muss anwesend sein, sonst darf er nicht mitfahren. Dieses Briefing dient zur Sicherheit eines Jeden. Wenn es nur ein Schriftstück gäbe, kann ich nicht gewährleisten, dass es auch wirklich gelesen wird“, erklärt Kanth. Weiterhin muss jeder Fahrer eine Grundausrüstung tragen, wie Helm, Rennanzug und feuerfeste Unterwäsche.

Teilnehmerzahl ist begrenzt

Die Teilnehmerzahl ist auf 170 Fahrzeuge begrenzt. „Dies ist der Gerechtigkeit und den gleichbleibenden Bedingungen geschuldet“, erklärt Kanth. „Sie haben die einigermaßen gleichen Straßenverhältnisse und Lichteinflüsse von 8:30 Uhr bis 17: 00 Uhr. Danach wird’s dunkel. Wir gehen davon aus, dass eine Fahrt ca. eine Minute dauern wird. Bei drei Läufen für jeden Fahrer dürfen das dann nicht mehr als 170 Teilnehmer sein.“

Die Fahrzeuge werden gemäß gültiger DMSB-Streckenlizenz in Abständen von 30 Sekunden gestartet.
Nach dem Rennen müssen die Fahrer ihre Fahrzeuge für ca. 30 Minuten nach Aushang des Klassenergebnisses im sog. Parc Fermé abstellen. Dieser Platz befindet sich im Ziel vor Birkach und in Münster. Für eventuelle Nachuntersuchungen müssen sie dort für diese Zeitspanne zur Verfügung stehen und dürfen nicht entfernt werden.

Eine weitere Neuigkeit für die Zuschauer: Erstmals wird Armin Schwarz das sogenannte Race-Taxi fahren. Er ist mehrfacher deutscher Rallyemeister und hat 1996 sogar die Europameisterschaft gewonnen. „Die Fahrten sind zwar schon so gut wie ausgebucht, aber ein oder zwei wären noch offen“, verrät Michael Kanth.

Wer hier Interesse hat, meldet sich bei Michael Kanth vor Ort im VIP-Zelt (VIP-Karte erforderlich)
Eine Fahrt am Samstag kostet 100 EUR, am Sonntag 150 EUR.

Einen Tipp möchte der Vorsitzende allen Zuschauern noch geben: “Bitte achtet nicht so auf die Wetter-Apps. Das war 2017 so schade, weil die Apps falsche Aussagen getroffen hatten. Der Regenschauer hielt nur kurz an, aber so viele Zuschauer haben sich aufgrund der Apps abschrecken lassen. Wir sind auf alle Wetterverhältnisse vorbereitet. Unsere aktuelle Wettervorhersage ist auf unserer Facebookseite eingerichtet. Einfach kommen.“

Auf die Frage, wer dieses Mal Gewinnchancen haben könnte, antwortet er: “Letztes Mal gewann Marcel Steiner aus der Schweiz. Aber ich kann mir vorstellen, dass auch ein Eric Berguerand (Schweiz) sehr stark sein wird.“

Der Zeitplan im Überblick 

04.10.2019 14:00 Uhr Ankunft der Fahrer
05.10.2019 9:30 Uhr Qualifikation – drei Trainingsläufe sind vorgesehen
    Abends gibt es im Zelt eine Fahrerpräsentation
bei denen die Kontakte zu den Teams im Festzelt
vertieft werden können

06.10.2019 8:30 Uhr Rennen – drei Läufe sind vorgesehen

Sie Siegerehrung findet unmittelbar nach dem letzten Rennlauf (ca. 17:00 Uhr) im Festzelt statt.

Karten:
Normalpreis: 25 EUR
Kinder unter 14 Jahren Eintritt frei
Einlass ist 2 Stunden vor Veranstaltungsbeginng

Tickets gibt es bei McDonalds in Königsbrunn, Schwabmünchen und Mering.

Teilnehmerliste

162 Teilnehmer mit Startnummern aus div. Klassen
(132 aus Deutschland, 17 aus der Schweiz, 2 aus Luxemburg, 6 aus Österreich, 1 aus Frankreich, 4 aus Italien) Unter den Teilnehmern gibt es fünf Frauen.

6 Teilnehmer ohne Startnummer
(zwei aus Slovenien und jeweils ein Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Österreich)

13 Elektroautos
(alle aus Deutschland)
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