1 Mann, 1 Instrument, 1 Akt – "Der Kontrabaß", zu erleben in Muhr

Harald Molocher und sein Kontrabaß. Eine (Hass)Liebe, die mitreißt.
Muhr am See: AIZ |

Nicht von ungefähr war "Der Kontrabaß" von Patrik Süskind seit seiner Uraufführung 1981 ein Publikumsliebling und zählte bereits in der Spielsaison 1984/85 mit über 500 Aufführungen zu den meistgespielten Stücken an deutschsprachigen Bühnen.

Nicht von ungefähr hätte mit Sicherheit nicht nur ich durchaus noch länger der schauspielerischen Brillanz Harald Molochers folgen können – doch das sieht das Drehbuch leider nicht vor. Hatte sich der eine oder andere vielleicht zuvor gefragt, was und wie man alleine, denn es handelt sich bei dem Drama um ein Ein-Mann-Stück, eine Stunde und zwanzig Minuten über einen Kontrabaß erzählen kann, er wurde nicht enttäuscht: Und so geht der Zuschauer mit dem Solisten nicht nur auf eine Zeitreise, sondern bekommt sowohl die ganze Bandbreite des Instruments zu sehen als auch Einblicke in die Tiefen der Seele des alternden Kontrabassisten. Denn warum lebt ein Mann mit so eine(r)m zusammen? Einem, der einen ständig behindert? Der immer blöd im Weg steht, der jede Beziehung killt, in kein Auto passt? Der mit seiner zu tief sitzenden Taille ausschaut wie ein fettes altes Weib? Und den einfach niemand schön spielen kann? Grandios schlüpft Harald Molocher in die Rolle des einsamen, verbitterten und introvertierten Musikers, der seinen namenlosen Platz in der Gesellschaft, dem Orchester, brav einnimmt und versucht, seinen Frust bzw. seinen angeblichen Feuchtigkeitsverlust mit reichlich Bier zu kompensieren. Aber lassen Sie sich am besten selbst von dem, wie bereits von Marcel Reich-Ranicki genannten "kabaristischen Stück mit Pfiif und Charme und mit leiser, gleichsam lächelnder Melancholie" mitreißen, welche Harald Molocher in einzigartiger Weise darbietet. Beispielsweise am 21. oder 30. Juni, sowie am 5., oder 14. Juli. Weitere Informationen unter www.altmuehlsee-festspiele.de
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