CSU feierte sich selbst beim Herbstempfang

Manuel Westphal begrüßte die CSU-Landtagspräsidentin mit einem Blumenstrauß. Den Gegenwert für den an dieser Stelle sonst üblichen Geschenkkorb spendete er, ganz im Sinne von Barbara Stamm, zugunsten des Evangelischen Krankenvereins Gunzenhausen.
 
Kreisvorsitzender Manuel Westphal (rechts) überreicht Rüdiger Schork die silberne Raute und die dazugehörige Urkunde. Foto: Manfred Pappler

Zum traditionellen CSU-Herbstempfang in Muhr am See hat CSU-Kreisvorsitzender und MdL Manuel Westphal in diesem Jahr eine ganz besondere Rednerin eingeladen, die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm. Zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft waren der Einladung gefolgt und warteten gespannt auf die politische Botschaft der "Grande Dame" im Bayerischen Landtag. Und so hielt Manuel Westphal seine einführende Begrüßung auch erfreulich knapp, bevor er der Landtagspräsidentin das Rednerpult übergab. Stamm stellte ihre Rede unter das Motto "Wir feiern Bayern - 100 Jahre Freistaat und 200 Jahre bayerische Verfassung".

Von Beginn an ließ die 74-jährige CSU-Landtagspräsidentin aus Würzburg, die seit 1976 dem Bayerischen Landtag angehört, keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass es den Menschen in Bayern noch niemals so gut ging wie heute: Unsere Heimat liegt in zentralen Bereichen an der Spitze der Bundesländer - Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, so gut wie keine Jugendarbeitslosigkeit, Sicherheit ... Ihre Bilanz war absolut glaubwürdig, schließlich konnte sie ihre Ausführungen mit interessanten insider-Episoden aus ihrer über 40-jährigen Arbeit im Bayerischen Landtag würzen: "Wir haben doch enorm viel erreicht in den zurückliegenden Jahrzehnten! Bayern hat den Wandel vom ehemals finanzschwachen Agrarland zum heute attraktiven High-Tech-Standort mit besten wirtschaftlichen Bilanzen sehr erfolgreich gemeistert, und die CSU sei daran nicht ganz unschuldig. Stamm beließ es aber bei weitem nicht dabei, eine positive Bilanz für die CSU auszubreiten und zu kommentieren.


Nicht nur einmal stellte sie ihren Zuhörern die Frage, bisweilen auch ganz leise: "Was ist nur bei uns los?" Woher rührt die so sehr verbreitete Unzufriedenheit der Menschen? Wie schaffen wir es, das Vertrauen der Menschen wiederzugewinnen? Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen wir uns unserer Werte besinnen. Stamms zentrale Wertebasis hierbei ist die Achtung vor Gott und vor den Menschen: "Diesen Auftrag haben uns die Männer und Frauen, die vor 200 Jahren die Bayerische Verfassung erarbeiteten, mit auf den Weg gegeben." An dieser Stelle streifte die Landtagspräsidentin auch das Thema "Migration"; sie erinnerte an die allbekannte Frage eines Journalisten, "ob denn der Islam zu Deutschland gehöre!" Und sie hatte zwei absolut klare Antworten bereit: "Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland!" (Die Kultur unserer Heimat fuße auf dem Wertekodex des Christentums; diese Wertebasis hat unsere Kultur über Jahrhunderte geprägt und hält uns zusammen.) Und ihre zweite Antwort entwickelte sie genau aus diesem christlich geprägten Wertefundament: "Ja, ein Mensch, der nach Bayern kommt, hier den Islam lebt, der einheimischen Bevölkerung mit Toleranz begegnet und sich für ein friedliches Miteinander einsetzt, "dieser Mensch gehört zu uns"!

Barbara Stamm überzeugte, weil es ihr an diesem Abend besonders gut gelang, die Herzen ihrer Zuhörer anzusprechen und ehrliche, manchmal auch unliebsame Wahrheiten so auszudrücken, dass man beim Zuhören zum Nachdenken kam. Sie scheute sich auch nicht, offen über Ängste und Sorgen zu sprechen: "Wir leben in einer Zeit, in der Menschen der Zukunft mit Zweifeln und Existenzängsten begegnen. Und es sind genau diese Zukunftsängste, die die Menschen in unserer Gesellschaft in die Arme von Populisten treiben. Der Zulauf der Populisten - links wie rechts - stellt eine große Gefahr für die Stabilität und Sicherheit in unserer Heimat dar." An die Adresse aller anwesenden Politiker richtete sie den Auftrag, mit den Menschen kontinuierlich im Gespräch zu bleiben und das WIR zu betonen, weil genau dieses WIR der Grundstock unseres Zusammenlebens sei. Und sie erinnerte dabei an die Aussage von Franz-Josef Strauß, dass wir in der CSU für die Leberkäs-Etage unserer Gesellschaft verantwortlich seien und nicht für die Sekt-Etage. Vieles in unserer Heimat sei gut; trotzdem gebe es genügend Handlungsfelder, wo wir miteinander Bestehendes besser machen können. Wir müssen es nur verstehen, die Menschen mitzunehmen.

Langanhaltender Beifall belohnte die Rednerin für ihre ans Herz gehenden Ausführungen. Diesem Dank schloss sich auch CSU-Kreisvorsitzender Manuel Westphal an, der Barbara Stamm einen dicken Blumenstrauß als Zeichen seines Dankes überreichte. Den Gegenwert eines (sonst üblichen) Geschenkekorbes stiftete Westphal - ganz im Sinne der Festrednerin - dem Evangelischen Krankenverein Gunzenhausen, der an diesem Tag sein großes Jubiläum gefeiert hatte. Westphal freute sich, dass er an diesem Abend auch noch einen über Jahrzehnte fleißigen Aktiven in den CSU-Reihen mit der "Silbernen Raute der CSU", der höchsten Auszeichnung durch einen CSU-Kreisverband, ehren durfte: Rüdiger Schork prägte die Kommunalpolitik in und um Weißenburg über lange Jahrzehnte und mit beispielhaftem Einsatz, nicht zuletzt als CSU-Fraktionsvorsitzender im Weißenburger Stadtrat. Westphal ließ es sich auch nicht nehmen, jedem Einzelnen, der zum Gelingen dieses Abends beigetragen hatte, seinen Dank auszusprechen und allen Damen der Frauenunion eine Rose zu überreichen.

(Manfred Pappler)
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