250 Schüler feiern am Bismarckturm: Welche Folgen der Polizei-Großeinsatz nun hat

Der Bismarckturm in Steppach ist ein beliebtes Ausflugsziel. Am Osterwochenende versammelte sich eine große Gruppe von jungen Leuten um das Bauwerk. Anwohner verständigten wegen der Ruhestörung die Polizei. Foto: Andreas Schönekeß

Neusäß - Rund 250 junge Menschen haben sich in der Samstagnacht um den Bismarckturm in Neusäß versammelt, um zu feiern. Als Anwohner sich über die Ruhestörung beschwerten, fuhren zunächst drei Streifenwagen-Besatzungen das beliebte Steppacher Ausflugsziel an. "Als sie ausgestiegen sind, ist eine Masse an Leuten auf sie zugeströmt", erzählt Polizeisprecher Alexander Zink. Aus der Menge flogen Steine und Flaschen.

So etwas entwickle schnell eine Eigendynamik, selbst wenn nur drei Leute damit anfangen, erklärt Zink. Die Beamten forderten 13 weitere Streifenwagen an. Verletzt wurde keiner der Einsatzkräfte, an den Streifenwagen konnten im Nachhinein "minimale Schäden" festgestellt werden, die wohl im unteren vierstelligen Bereich liegen.

Der Grund für die Feier ist der Polizei bisher nicht bekannt. Dazu könne man noch nichts sagen. Auch, ob die Ansammlung geplant oder eher spontan stattfand, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Für eine im Vorfeld geplante Feier spreche etwa, dass einige der Feiernden auch von weiter weg stammten.

Steine- und Flaschenwerfer nicht festgenommen

Nachdem die hinzugerufenen Streifenwagen am Bismarckturm ankamen, verließ ein Großteil der Gruppe fluchtartig die Örtlichkeit. Die Beamten konnten die Identität von knapp 50 Personen feststellen. "Die festgestellten Personen werden nun als Zeugen behandelt", erklärt Alexander Zink das weitere Vorgehen. Die Steine- und Flaschenwerfer konnten an diesem Abend nicht festgenommen werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs. Dafür können Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder auch Geldstrafen drohen.

Bei den festgestellten Jugendlichen handelte es sich größtenteils um deutsche Schüler oder Auszubildende zwischen 17 und 21 Jahren. Einige von ihnen stammten aus Stadtbergen, manche kamen von weiter her.

Polizei: "Wir werden uns dort in nächster Zeit natürlich zeigen"

Die jungen Feiernden hatten die Veranstaltung nicht angemeldet. Es sei wohl auch unwahrscheinlich, dass die Stadt eine solche Veranstaltung zugelassen hätte, selbst wenn sie sie anmelden wollten, so Alexander Zink. Einem Platzverweis kamen die Schüler schließlich nach. Auch nach dem nächtlichen Großeinsatz für die Polizei war das Thema aber noch nicht gänzlich erledigt. "Es ist auch ein Haufen Müll entstanden", erzählt Zink. Die Stadt Neusäß und die Polizei hätten diesen am Morgen aufgeräumt.

"Die Polizei will natürlich verhindern, dass solche Veranstaltungen stattfinden", versichert Zink. Dabei müsse man sich vor allem auf Präventionsarbeit, Streifen und Einsatzzüge verlassen. Es ginge schließlich auch darum, dass die Anwohner ihre Freizeit am Bismarckturm, der auch ein beliebtes Ausflugsziel ist, friedlich verbringen können. "Wir werden uns dort in nächster Zeit natürlich zeigen."
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