Ein Tag im warmen Paradies

Blick von der Schärensauna auf das Saunadorf. (Foto: Monika Saller)
 
Die Schärensauna verdankt ihren Namen den Bildern von der schwedischen Schärenlandschaft. (Foto: Titania Neusäß)
 
(Foto: Titania Neusäß)
Neusäß: Titania Neusäss |

Im Sommer legte das Titania mit der neuen Schärensauna einen gelungenen Neustart hin. Die Modernisierung der Therme wird im kommenden Jahr fortgesetzt – ohne dass der Besucher davon beeinträchtigt wird. Doch bereits jetzt ist das Titania ein Rückzugsort für alle, die eine Auszeit vom Alltag und der Kälte des Winters brauchen.

Mittlerweile haben die Bäume fast all ihre Blätter verloren und bereits am späten Nachmittag wird es dunkel. Draußen ist es kalt und feucht. Der Körper sehnt sich nach Wärme und Erholung vom Arbeitsstress der Vorweihnachtszeit. Im Juli wurden die Revisionswochen im Titania in Neusäß abgeschlossen. Seitdem ist das Erlebnisbad wieder für Besucher geöffnet und soll vor allem den Saunagästen Neues bieten. Nachdem es früher zu den Stoßzeiten oft eng wurde, sollen die neue Schärensauna, die 90 Gästen Platz bietet, und ein zusätzlicher Ruheraum für Entlastung sorgen. Neugierig auf die Veränderungen trat ich an einem freien Dienstag im Titania meine Flucht aus dem Alltag an.

Eine Hommage an Eksjö

Als erstes fiel mir auf, dass die Duschen und Toiletten ganz neu gestaltet wurden. Waren die Sanitäranlagen früher rein funktional, bieten sie nun ein richtig edles Ambiente. Positiv überrascht vom ersten Eindruck, war die nächste Station natürlich die neue Schärensauna. Auf dem Weg dahin ging es über einen beheizten Außenweg an den Blockhütten mit den bisherigen Saunen im Außenbereich und einem alten Wikingerboot vorbei einen kleinen Hügel hinauf. Schon von weitem waren die großen Panoramafenster der Schärensauna zu sehen. Um 10 Uhr morgens waren bereits zwei ältere Pärchen am Schwitzen in der 90° C heißen Schärensauna. Ich passierte dem Saunaofen, der mit den heißen Steinen im Zentrum der Sauna stand, und wählte einen freien Platz. Während der Blick durch die Sauna schweifte und es langsam heiß wurde, verließ das erste Paar die Sauna wieder. Auffallend waren die Wandverkleidungen aus altem Holz und die Bilder an den Wänden. Diese zeigten die schwedische Schärenlandschaft, daher auch der Name der Sauna. Die schwedische Schärensauna ist eine kleine Hommage an die Neusässer Partnerstadt Eksjö in Småland, das stand in einem Bericht in der StadtZeitung. Die großen Panoramafenster ermöglichten einen Blick auf das Saunadorf. Zu sehen waren unter anderem die Kelo- und die Erdsauna, diese sollten später noch auf dem Programm stehen. Etwa zehn schweißtreibende Minuten später ging es, nach einer kalten Dusche, durch die frische Winterluft zurück zur Saunalandschaft.

Nach dem heißen Beginn sollte nun die Entspannungsphase beginnen. Dafür war ein Besuch im Hamam-Becken genau die richtige Wahl (Hamam ist der türkische Ausdruck für Entspannung, Wohlbefinden und Sauberkeit). Genau so fühlte sich das warme Wasser auch an. Das bunte Farbenspiel des Lichts und der orientalisch angehauchte Kuppelbau schickten die Gedanken auf Urlaubsreise in den Orient.
Die nächsten Stunden folgte ich dem Aufgussplan durch die verschiedenen Saunen, wie die finnische Aufgusssauna, das Hamam, das römische Dampfbad sowie die Bio- und Kräutersauna und natürlich die Kelo- und Erdsauna im Außenbereich. Die Aufgüsse mit immer wieder wechselnden Gerüchen und Intensitäten machten den besonderen Reiz dieses Saunatages aus. Die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Verweildauer variierte je nach Sauna. Im römischen Schwitzbad Laconium beispielsweise herrschte eine eher trockene Strahlungswärme von etwa 45° C vor, welche den Körper auf angenehme Weise langsam erhitzte. Bereits nach 15 Minuten soll laut Informationstafel eine entschlackende Wirkung einsetzen. Die Saunaexperten empfehlen hier einen Aufenthalt von maximal einer Stunde. Der Aufenthalt in der finnischen Aufgusssauna dagegen war knackig und heiß. Kein Wunder, bei 95° C kommen auch gestandene Saunaprofis bereits nach kurzer Zeit ins Schwitzen. Zwischen den Saunagängen ging es immer wieder zurück ins Hamam- und das Heißsitzbecken zum Relaxen und die Seele baumeln lassen.

Fahrradfahren im Wasser – geht das?

Während dem Zeitunglesen in der Ruheoase zur Mittagszeit schoben Mitarbeiter des Bades Spinningräder Richtung Wasserbecken. Wenige Minuten später nahm eine etwas ungleiche Gruppe, bestehend aus einem Seniorenpärchen, einer etwas korpulenteren Frau sowie drei jüngeren sportlichen Männern, auf den Fahrrädern Platz und folgten zur Musik den Anweisungen des Übungsleiters. Beim sogenannten Aquacycling, welches an das klassische Spinning angelehnt ist, wird der ganze Körper trainiert. Die Belastung kann individuell gesteuert werden und ist somit auch für ältere, nicht so fitte Radler und Personen, die sich nach Verletzungen oder Operationen im Aufbautraining befinden, geeignet. Für die Flucht aus dem Alltag und zum Stress abbauen eignet sich Sport besonders gut. Während ich nachmittags meine Bahnen im Sportbecken zog, waren nebenan immer wieder Schwimmkurse mit Kindern, aber auch Erwachsenen im Wasser unterwegs.

Einmal kneten bitte!

Sitzen ist der neue Krebs heißt es immer wieder. Und davon haben sich während der Arbeitszeit im Büro viele Stunden angesammelt. Zum Abschluss des Urlaubs vom Alltag wollte ich meinem Rücken etwas Besonderes gönnen und ging zur Massageabteilung. Neben der bereits bekannten Teilkörper- oder Ganzkörpermassage sowie der Hot-Stone- und der Aroma-Massage, wurde ganz neu eine LavaShell®-Behandlung angeboten. Bei dieser außergewöhnlichen Massage werden nach Auskunft des Masseurs echte Venusmuscheln verwendet. Jede LavaShell® ist aufbereitet aus den Schalen von Muscheln. Diese werden seit vielen Jahrhunderten von Inselbewohnern im Südpazifik für ihre tägliche Nahrung geerntet. Jede Muschel ist handverlesen, sorgfältig geschliffen und poliert. So entfalten die Muscheln ihre ganz besondere Wirkung.
Ich entschied mich für die Ganzkörpermassage und legte mein Wohlbefinden ganz in die Hände des Masseurs. Während der Masseur die Verspannungen des Muskelgewebes lockerte, konnte man sich entspannen und spüren, wie sich der Druck löste und die Durchblutung gefördert wurde.

Der Weg zu den Duschen führte am Beauty-Bereich vorbei. Dort werden vor allem kosmetische Gesichtsbehandlungen und Pflege für Hände und Füße angeboten.

Wohlfühlzeit schenken

Der Tag im Titania fühlte sich an wie ein Aufenthalt auf Kur. Beim Verlassen des Bades überlegte ich, einen Wertgutschein fürs Titania als Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Denn damit kann man fast nichts falsch machen, da die einzelnen Pakete separat und je nach Wunsch gebucht werden können, egal ob der beschenkte lieber sportlich unterwegs ist, in der Sauna entspannen oder sich bei einer Massage verwöhnen lassen will oder beispielsweise das Beauty-Programm ohne Besuch der Anlage nutzen will – hier ist alles möglich.
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