Wie eine Schule versucht, Müll zu vermeiden.

„Es sollen endlich alle Lehrer zweiseitig fotokopieren!“ schlägt Lilly vor. „Warum brauchen Hausaufgabenhefte einen Plastikeinband?“ fragt Charlotte S.. „Mich ärgert die Schokomilch im Tetrapack, die in den Automaten in der Pausenhalle verkauft wird!“ „…. und mich die Capri-Sonne!“ rufen Rosanna und Charlotte H. fast gleichzeitig.

An Ideen mangelt es den Schülern nicht, die im Umwelt-AK des Gymnasiums Justus-von-Liebig sind. Die Leiterin Elisabeth Dempf, die sonst Englisch und Französisch unterrichtet, notiert sich die Ideen. Letztes Jahr hatte sie sich noch geärgert, als Schüler aus ihrem Unterricht gingen, um bei „Fridays-for-Future“ zu demonstrieren. Doch jetzt will sie selbst anpacken und helfen, die Ideen der Schüler vor Ort umzusetzen.

In dieser „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ stehen nun jeden Tag in der großen Pause abwechselnd Mitglieder des Umwelt-AK in der Pausenhalle und bieten Getränke an. Es gibt wahlweise Apfel- oder Birnensaft aus heimischen Streuobstwiesen oder Schokomilch für 60 Cent. Einwegbecher gibt es nicht. Man muss selber ein Trinkgefäß mitbringen. „Sorry, nur mit eigenem Becher!“ entschuldigt sich Frida bei Maximilian, der gern ein Glas Birnensaft getrunken hätte.

Denn das ist die Idee dieser Aktion des Arbeitskreises: Getränke „verpackungsfrei“ zu verkaufen, um Müll zu vermeiden.

Bheshta, Frida, Julia und Reem sind traurig, dass trotz aller Werbung viele Mitschüler am gegenüberliegenden Automaten Getränke kaufen und die Verpackungen dann wegschmeißen. Helga Thalmann-Schwarz vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Augsburg, die extra für diese Aktion angereist ist, tröstet sie. Auch Kommentare, wie „Der Kaba schmeckt richtig toll!“ (Simon), helfen.

Außerdem gibt es ja noch andere Projekte: Elisabeth Dempf hat erreicht, dass der Heißgetränkeautomat von Dallmayr ab sofort nur noch mit selbst mitgebrachten Bechern funktioniert.

Selbst die schuleigene, von IngHoga betriebene Kantine ist offen für Ideen, die helfen, Müll zu vermeiden. In naher Zukunft werden Pommes Frites nur noch in Pfandschalen ausgegeben.

Ja, und die Lehrer und das zweiseitige Kopieren? „Bei jedem Verstoß gibt’s einen Strich und bei drei Strichen müssen er oder sie einen Kuchen backen!“ (Schülerin will anonym bleiben). Na ja, ob das die Zustimmung der Lehrerkonferenz findet?

Elisabeth Dempf
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