Aufstand gegen Mobilfunkmast in Täfertingen

Die Gemüter der Bürger erregt derzeit ein mitten im Dorf geplanter Mobilfunkmast. Sie befürchten schädliche Auswirkungen auf Wohnhäuser, Kindergarten und Schule in unmittelbarer Nähe. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek (Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek)


Inmitten von Wohnhäusern, Grundschule und Kindergarten soll in Täfertingen auf dem Flachdach eines Gewerbegebäudes im Ortskern eine bis zu zehn Meter hohe, neue Mobilfunkanlage installiert werden. Eine Bürgerinitiative will sich nun gegen diese Einrichtung wehren, durch die sie die Gesundheit der Bürger bedroht sieht. Stefanie Gekle und Beatrice Faßnacht, die Vorsitzende der Grünen in Neusäß, sehen vor allem direkte Auswirkungen der Strahlung auf den nahegelegenen Kindergarten und die Grundschule und wollen alles dafür tun Schaden abzuwenden.

Die Problematik ist in diesem Fall aber schwierig, da diese Art der Antennen mit einer Höhe von bis zu zehn Metern genehmigungsfrei ist und es somit keinerlei Widerspruchsmöglichkeit gibt. Bereits vor zwei Jahren hatte die Telekom die Stadt Neusäß informiert, dass bei Täfertingen ein Standort gesucht würde, der nun mit dem Dach eines Gebäudes in der Portnerstraße gefunden scheint.

Der Bürgermeister und Mitglieder der Stadtverwaltung hätten sich bedeckt gehalten, um zu verhindern, dass die Anwohner, die um ihre Gesundheit fürchten, auf die Barrikaden gehen, nehmen Gekle und Faßnacht an. Sie ärgern sich, dass die Stadt Neusäß, in dieser Angelegenheit den Kopf in den Sand gesteckt und die Auswahl des Standorts allein dem Mobilfunkbetreiber überlassen habe. Die beiden Frauen haben nun mittels Unterschriftenlisten gefordert, Plätze wie Kindergarten und Schule außen vor zu lassen und den Sendemast an einen für alle einigermaßen verträglichen Standort außerhalb des Ortes zu verlegen. Dadurch eine Verbesserung der schädigenden Strahlung zu erzielen, dürfte ein Trugschluss sein, da feststeht, dass eine Strahlenbelastung aus größerer Entfernung wesentlich höher ausfalle. Gekle und Beatrice Faßnacht. wünschen sich, dass Kommunen auch die gesundheitliche Fürsorge für ihre Mitbürger bei politischem Handeln und Planen verstärkt berücksichtigen.

Die Kommune habe in diesem Fall durchaus andere Möglichkeiten vorgeschlagen, diese wären aber letztendlich nicht in Frage gekommen, erklärte Bürgermeister Richard Greiner. Er sei nun mit der Telekom übereingekommen, dass der Funkmast nicht gebaut würde, bevor dieses Thema im Stadtrat im September diskutiert werde. Des Weiteren habe er mit interessierten Bürgern aus dem Ortsteil eine Informationsrunde abgehalten. Letztendlich sieht Greiner aber wenig Möglichkeit, den Mast am geplanten Standort zu verhindern, ohne einen geeigneteren Platz anbieten zu können. Greiner wolle jedenfalls die Telekom auffordern, die Leistung des Sendemasts nicht auf die gesetzlich mögliche Obergrenze einzustellen, sondern möglichst weit abzusenken. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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Christian Baumeister aus Neusäß | 22.11.2017 | 20:35  
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