Nach der Vogelinsel, kommt die Robbeninsel

Landrat Gerhard Wägemann nimmt im BR Stellung zur geplanten Ansiedlung von Robben und Seehunden am Großen Brombachsee. (Foto: BR)

Der Zweckverband Brombachsee und der Bayerische Rundfunk berichteten in der heutigen Frankenschau über eine neue, bahnbrechende Attraktion am Großen Brombachsee. Dort soll schon bald ein Wasserwelt-Erlebnispark mit Aquarien voller einheimischer Fische entstehen. Als touristisches Highlight ist eine aufgeschüttete Felseninsel mitten im See geplant, die Robben und Seehunden eine neue Heimat bieten soll.

Im Interview mit dem BR geht Landrat Gerhard Wägemann auf die baulichen Herausforderungen einer Robben-Insel mitten im Großen Brombachsee ein und kündigt an, eine Reihe Aussichtsplattformen entlang des Ufers errichten zu lassen. Dafür würde der Landkreis rund 1,5 Millionen Euro investieren.

Auch Hans-Dieter Niederprüm, Geschäftsführer des Tourismusverbands Fränkisches Seenland, nutzte die Gelegenheit, um über die Schwierigkeiten der Umsiedlung der Robben an den Brombachsee zu informieren. "Wenn die Umsiedlung jedoch abgeschlossen ist, haben unsere Feriengäste auf den Schwimmenden Ferienhäusern (Floating Houses) eine einmalige Aussicht auf die neue Attraktion." Niederprüm zeigte sich überzeugt, dass die Robben zahlreiche weitere Touristen an den Brombachsee ziehen werden.

Der Fischereiverband Mittelfranken unterstützt die Idee

Großen Anklang fand die Idee auch bei den heimischen Fischereiexperten vom Fischereiverband Mittelfranken: "Wir finden die Idee super, die Bevölkerung über die Fische in heimischen Gewässern aufzuklären und unterstützen deshalb die Idee eines Wasserwelt-Erlebnisparks."

Fünf bis sechsmal am Tag fährt die MS Brombachsee von April bis in den Winter hinein ihre Routen. Vielleicht auch bald ein paarmal mehr? „Natürlich werden wir dann zusätzlich zu unseren regulären Fahrten mehrmals am Tag die Robben-Insel ansteuern und die Passagiere mit spannenden Hintergrundinformationen versorgen“, erklärt Kapitän Marcus Wilken.

Alles nur ein Aprilscherz

Das ganze war natürlich nur ein Aprilscherz. Apropos was Aprilscherze in der Frankenschau angeht, ist Wilken schon erprobt: Bereits 2012 fiel das Sonntagsmagazin des Franken-BR auf einen 1. April, und damals hatte man die Zuschauer mit einer Geschichte über U-Boote am Brombachsee auf den Arm genommen. Als vermeintlich künftiger U-Boot-Kapitän hatte Marcus Wilken schon damals in die Kamera geschwindelt.

Gemeinsame Idee von ZVB und Bayerischem Rundfunk

Dass heuer als Aprilscherz wieder der Brombachsee herhalten muss, ist einer gemeinsamen Idee des Zweckverbands und Dr. Thomas Rex, dem Leiter der Frankenschau in Nürnberg, zu verdanken. Rex selbst lebt in der Nähe des Brombachsees und kennt das Fränkische Seenland bestens. In einer lockeren Unterhaltung mit Verantwortlichen des ZV Brombachsee kam man auf die Idee, die Fernsehzuschauer mit einem Wasserwelt-Erlebnispark in den April zu schicken.

Wie schon 2012 erklärte sich Landrat und Zweckverbandsvorsitzender Gerhard Wägemann sofort bereit, den Scherz mitzuspielen. „Man muss doch nicht immer alles so ernst nehmen und kann sich so einen Scherz ruhig mal erlauben“, findet Wägemann in Hinblick auf die Aktion. „Außerdem ist der fünfminütige Beitrag trotz aller Fiktion eine tolle Werbung für das Fränkische Seenland.“ Und so ließ es sich der Zweckverbandsvorsitzende auch nicht nehmen, vor den laufenden Kameras auf die bereits bestehenden, realen Attraktionen und Vorzüge des Brombachsees hinzuweisen. Für Hans-Dieter Niederprüm war die Aktion die perfekte Gelegenheit, um ein bisschen die Werbetrommel für die Region zu rühren.

Diese Bereitschaft öffentlicher Repräsentanten, beim Aprilscherz mitzuwirken, hat BR-Redakteur Hans Peter Kernstock bei den Dreharbeiten beeindruckt: „Ich finde es super, dass alle mitgespielt haben. Offenbar haben die Menschen im Fränkischen Seenland eine ordentliche Portion Humor!“ (pm)
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