Betend die Heimat neu entdecken: Geistlicher Spaziergang der Pfarrgemeinde

von LeserReporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried

Barbara Föhr gab der Gruppe spirituelle Impulse an den Feldkreuzen: „In der Stille sieht man die vermeintlich bekannte Natur in ganz neuem Licht.“

Der Pfarrgemeinderat Adelsried lud erstmalig zu einem neuen Format, nämlich einem spirituellen Spaziergang. Durch diesen gemeinsamen Ausflug in die freie Natur wird eine Möglichkeit der persönlichen und dennoch gemeinschaftlichen Begegnung mit Gott in der Schöpfung möglich gemacht.

Ideengeberin Barbara Föhr machte sich bei Kaiserwetter vom Bahnhäusle in Adelsried mit einer Gruppe Interessierter auf den Weg in die freie Natur. An mehreren Stationen gab sie geistliche Impulse, die die Teilnehmer jeweils auf den Wegen zwischen den Haltepunkten überdachten und als Anregungen zum Nachdenken nahmen. Gemeinsam wurde zudem abwechselnd gebetet und gesungen. Mit herrlichem Wetter erhielten die Rundgänger Unterstützung von oben und prächtige Eindrücke der Schöpfung rund um Adelsried.

Kulturelle Impulse zu den Stationen gab Ludwig Lenzgeiger auf der Grundlage der Aufzeichnungen von Altbürgermeister Ewald Zirch, die freundlicherweise durch Hannelore Zirch zur Verfügung gestellt wurden. Zirch hatte sich vor rund zehn Jahren intensiv für die Restaurierung zahlreicher Feldkreuze eingesetzt, die Stationen auf dem Flurrundgang bildeten. So passierten die Gläubigen das gußeiserne „Decker“-Kreuz am Radweg in Richtung Kruichen, bogen daraufhin zum Hasenberghof ab, wo am Kreuz der Familie Metz gebetet wurde. Entlang des „Weißenböck“-Kreuzes an der alten Sandgrube sowie mit Halt am „Grußler“-Kreuz am Fuß des Neubaugebietes „Grundberg“ gelangte man zur Flurkapelle, die durch den Adelsrieder Künstler Hans Malzer maßgeblich gestaltet wurde. Auf dem Heimweg passierten die Betenden schließlich das Furnierkreuz an der Schreinerei, von wo aus die Runde sich am Rathausplatz schloss. Rast konnten die Wanderer immer wieder auf den Bänken an den Marterln machen, von denen zahlreiche durch Gerhard Bönisch in diesem Jahr neu aufgestellt wurden.

„Für die einen ist eine abgelegene Parkbank. Für andere ein ganz besonderer Baum oder ein kleiner See. Für manche ist es eine Stelle hoch oben auf einem Berg. Hast auch Du einen Lieblingsplatz? Einen Ort, der für Dich eine ganz besondere Bedeutung und Ausstrahlung hat?“, gab Barbara Föhr den Wanderern mit auf den Weg. Dass nämlich die Adelsrieder Fluren allerhand solcher Lieblingsorte gerade auch für Menschen mit dem Bewusstsein für Höheres bereithalten, wurde an diesem Vormittag eindrucksvoll deutlich.

Der Pfarrgemeinderat wird diese geistlichen Rundgänge durch die heimatliche Umgebung regelmäßig veranstalten und lädt hierzu ebenso klassische Kirchgänger wie unbedingt auch Interessierte ein, die Gott auf diese Weise näher kommen möchten.

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