„Ein ehrlicher Haushalt“: Gemeinde Adelsried verabschiedet Finanzplanungen

von LeserReporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried

Am vergangenen Dienstag verabschiedete die Gemeinde Adelsried ihren Haushaltsplan. Mit 13:0 Stimmen bestand fraktionsübergreifend Einigkeit über die Planungen.

Adelsried. Auf der vergangenen Sitzung des Gemeinderates beschlossen die Adelsrieder Räte unter Vorsitz von Bürgermeister Sebastian Bernhard den Gemeindehaushalt. Vorgestellt wurde dieser durch die neue Kämmerin Anna Zevakina in Vertretung für den scheidenden Kämmerer Christopher Huttner. Die Finanzen, die der neue Bürgermeister übernimmt, sind eine Herausforderung.

„Eigentlich ist der Haushalt zum Jahresbeginn aufzustellen, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu garantieren. Dass wir nun erst im Juli darüber befinden, muss eine Ausnahme bleiben“, erläuterte die neue Kämmerin zu Beginn der Vorstellung. Den Mitgliedern des Gemeinderates konnte diese eine angespannte Bilanz präsentieren, die für die Zukunft wenig Spielräume lasse. Einerseits ist angesichts der Coronapandemie von einem dramatischen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen (Ergebnis 2019: 1.452.465 Euro, Ansatz 2020: 220.000 Euro) auszugehen sowie einer Mindereinnahme von rund 300.000 Euro bei der Einkommenssteuerbeteiligung, wodurch wichtige Geldmittel ausbleiben (750.000 Euro Zuführung vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt). Andererseits sind aus der Vergangenheit noch Investitionen offen, wie etwa die Fertigstellung der Begrünung sowie des Straßenbelages beim Baugebiet „Am Grundberg“, wo zudem noch eine Spielplatzanlage eingerichtet werden muss. „Wir haben die Einnahmen der Baugebiete bereits erhalten und von diesen hätte etwas für eben solche Investitionen beiseitegelegt werden müssen. Nun müssen wir mit den ohnehin klammen laufenden Einnahmen arbeiten, denn unsere Verpflichtungen gegenüber den Bürgern müssen wir erfüllen“, kommentierte Finanzfachmann und Haushaltsausschussmitglied Karl Mayer (CSU) die Situation. Mayer plädierte demgemäß für eine zukünftig längerfristige und sparsamere Finanzplanung mit Prüfung möglicher Einsparungen sowie einem Fokus auf dem Ausbau von Einnahmen, beispielsweise durch Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten. Im Haushalt wurde ferner eine mögliche Kreditaufnahme in Höhe von 1.000.000 Euro eingeplant, um für Zukunftsinvestitionen wie die Instandsetzung und Erweiterung von Kindergarten und Schule die gemeindliche Handlungsfähigkeit zu garantieren.

Im Hinblick auf den Haushalt bestand mithin große Einigkeit im Gremium und der gemeindliche Haushaltsplan wurde mit 13:0 Stimmen genehmigt. Verbunden damit wurde das fraktionsübergreifend geteilte Ziel, in einer zeitnah anzuberaumenden Besprechung die Ausgabenstruktur, insbesondere die Personalausgaben, der Gemeinde kritisch auf den Prüfstand zu stellen.

 „Wir stellen hier einen ehrlichen Haushalt auf“, so Bürgermeister Sebastian Bernhard (CSU). „Das muss nicht jedem gefallen, aber ich möchte, dass die Bürger wissen, wie es um ihre Gemeinde steht, was wir uns leisten können und woran wir gemeinsam arbeiten müssen. Mir sind klare Worte lieber als nur eitel Sonnenschein.“ Er starte in einer finanziell schwierigen Zeit für die Gemeinde mit seinem Amt und er sei bereit, sich mit aller Kraft der Lösung dieser Probleme zu verschreiben, Grundbedingung hierfür sei eine solide und transparente Planung, stellte der Gemeindechef weiter klar. „Klare Prioritäten: Das ist für mich die Devise, bei Verwaltung und Investitionen“, kommentiert der Bürgermeister abschließend.

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