Jüngster Bürgermeister im Landkreis vereidigt: „Wir sind gemeinsam für die Menschen da“

von LeserReporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried

Zwei Bürgermeister unter 60: Sebastian Bernhard (27) und Ludwig Lenzgeiger (30) bilden zusammen mit Stefan Kramer in Zukunft das Bürgermeistertrio der Gemeinde Adelsried

Adelsried. Bei der gestrigen Sitzung des Adelsrieder Gemeinderates wurde Sebastian Bernhard, 27 Jahre jung, als Erster Bürgermeister der Gemeinde vereidigt. In Zukunft stehen ihm Ludwig Lenzgeiger (CSU) und Stefan Kramer (FW) als zweiter und dritter Bürgermeister zur Seite. Bernhard möchte kollegial über Fraktionsgrenzen hinweg die großen Projekte anpacken.

„Die Adelsrieder und Kruichener haben mir einen großen Vertrauensvorschuss gegeben. Diesen möchte ich mit harter Arbeit und Einsatz danken. Wir haben große Projekte, die uns in den kommenden Jahren beschäftigen; Kindergarten, Grundschule, Feuerwehr, um nur Schlagworte zu nennen. Gleichzeitig stellt uns die Corona-Krise vor ungeahnte finanzielle Schwierigkeiten. Wir alle sind dadurch gefordert, durch konstruktive Zusammenarbeit, gegenseitiges Vertrauen und Sacharbeit gemeinsam für die Menschen da zu sein“, skizzierte Bernhard seine Vorstellungen zur zukünftigen Arbeit im Gemeindegremium, nachdem ihm von Karl Mayer (CSU) als ältestem Ratsmitglied der Amtseid abgenommen wurde.

Lenzgeiger und Kramer zu stellvertretenden Bürgermeistern gewählt

Im Anschluss an die Vereidigung des Gemeindeoberhauptes beschloss der Rat einstimmig, diesem weiterhin zwei Stellvertreter an die Seite zu stellen. Mit dem Amt des zweiten Bürgermeisters wurde in der Vergangenheit stets der „Stimmenkönig“ bedacht, um dem Bürgerwillen Gewicht zu verleihen. In dieser Tradition schlug Karl Mayer Ludwig Lenzgeiger, der nach Bernhard die meisten Stimmen in der Gemeinde erhielt, zur Wahl des zweiten Bürgermeisters vor. Lenzgeiger erhielt mit 13 von insgesamt 15 Stimmen im Rat fraktionsübergreifend die Zustimmung des Gremiums.

„Ich habe mich in unserem Dorf engagiert und engagiere mich weiter, niemals um zweiter Bürgermeister zu werden, sondern weil mir meine Heimat und meine Mitbürger am Herzen liegen; unabhängig von Positionen. Gerade deshalb nehme ich die Aufgabe an, da die Bürger mich mit der großen Unterstützung dazu aufrufen. Der Verantwortung, die mit dieser Position einhergeht, bin ich mir bewusst und ich stelle mich dieser“, dankte Lenzgeiger dem Gremium die Unterstützung. Seine Dankesworte nutzte der neue zweite Bürgermeister zudem dazu, dem Gremium einen Kandidaten für die Position des dritten Bürgermeisters vorzuschlagen. „Die CSU hat mit 8 von 15 Stimmen eine Mehrheit und Heiko Mohr hatte bei der Gemeinderatswahl die drittmeisten Stimmen. Wir möchten aber ein Zeichen dafür setzen, dass wir zusammenarbeiten möchten und keine parteipolitische Spalterei wollen. Mit Stefan Kramer möchten wir die Freien Wähler einbinden und einen erfahrenen dritten Bürgermeister mit an Bord nehmen. Wir wollen nicht durchregieren, sondern gemeinsam unser Dorf gestalten“, erläuterte Lenzgeiger seinen Vorschlag. Mit einer Stimme für einen anderen Bewerber stimmten die Räte schließlich der Wahl Kramers in diese Position zu.

Geschäftsordnung auf die Zukunft ausgerichtet

Wo andere Gemeinden die erste offizielle Sitzung häufig kurz und auf die Vereidigung beschränkt abhalten, da stieg Bernhard direkt in die Sacharbeit ein, indem die Geschäftsordnung Punkt für Punkt diskutiert und durchgearbeitet wurde. Durch die Neuordnung der Ausschüsse steckte der junge Bürgermeister Ziele für die Zukunft ab. Statt eines Jugend-, Kultur- und Sportausschusses gibt es nun zwei neue Ausschüsse, nämlich einen Ausschuss für Jugend- und Senioren sowie einen Ausschuss für Heimat, Kultur und Natur. „Zwei Themen haben uns alle im Wahlkampf besonders beschäftigt, nämlich der Zusammenhalt und die Zukunft der Generationen in unserem Dorf. Wir wollen ein Dorf bleiben, in dem Menschen jeden Alters gut und gerne leben und an manchen Stellen auch wieder enger zusammenrücken. Die Erarbeitung gezielter Angebote dafür, wie etwa Betreutes Wohnen sowie die Möglichkeit für die Bürger zu schaffen, sich einzubringen, ist mir ein Herzensanliegen“, erläutert Bernhard im Hinblick auf den Jugend- und Seniorenausschuss. „Zudem ist der Naturschutz eine Aufgabe, die stärkere Beachtung auf der Ebene der Gemeinde verdient hat. Da zudem für mich Natur mit Heimat und Kultur untrennbar verbunden ist, lädt dieser Ausschuss dazu ein, neue Akzente in Sachen Sport, Kulturpflege sowie Chancen für den Umweltschutz zu erarbeiten. Die Ausschussarbeit möchte ich insgesamt gesehen stärken, die Ausschussmitglieder zu Eigeninitiative und Einsatz ermutigen und auch durch Referenten für Jugend, Senioren sowie Umwelt dem Gemeinderat mehr Möglichkeit bieten, sich einzubringen“, so der Bürgermeister zur zukünftigen Arbeit im Gremium.

Neben dem Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss und dem Rechnungsprüfungsausschuss, dem weiterhin der Finanzfachmann Karl Mayer (CSU) vorsteht, wurde zudem wieder ein beschließender Bauausschuss eingerichtet. Der Bitte der Freien Wähler, diesen auf fünf Mitglieder inklusive Bürgermeister (andere Ausschüsse bestehen aus vier Mitgliedern plus Bürgermeister) zu vergrößern, kam die CSU entgegen. „Wir haben im Bauausschuss immer sachlich zusammengearbeitet und da Herbert Kalkbrenner und Franz Steiner (beide FW) weiterhin in diesem Ausschuss bleiben, gehen wir davon aus, dass dies so bleibt. Seitens der CSU kommen wir den FW also entgegen und erweitern den Ausschuss um einen Sitz, der den Freien Wählern zukommt“, erklärte Heiko Mohr, neuer Fraktionsvorsitzender der Adelsrieder Christsozialen. Seinen Hinweis, auch zukünftig große Bauvorhaben, die von allgemeinem Interesse sind, im Gesamtgemeinderat zu besprechen, nahmen Bürgermeister Bernhard und das gesamte Gremium positiv auf. Dies wurde entsprechend ebenfalls in der Geschäftsordnung geregelt.

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