Coronavirus: AWO "zutiefst betroffen" von inzwischen zwölf Todesfällen in Aichacher Seniorenheim

Ein Seniorenheim in Aichach ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen. (Symbolbild)

In einem Seniorenheim der AWO Schwaben in Aichach sind inzwischen zwölf Bewohner verstorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Das vermeldete das Gesundheitsamt am Dienstag. Der Träger der Einrichtung zeigt sich zutiefst betroffen. Insgesamt ist bei 25 Bewohnern des Hauses eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

Insgesamt sind im Landkreis Aichach-Friedberg bislang 15 Personen verstorben, die an Corona erkrankt waren. Bislang kam es also größtenteils in dem betroffenen Seniorenheim zu Todesfällen. 94 Personen im Landkreis waren am Dienstag noch erkrankt, der Rest der 237 positiv getesteten Personen ist wieder genesen.

"Wir wissen es nicht – so sehr wir uns den Kopf zerbrechen – warum diese teuflischen Viren gerade in unserer Einrichtung in Aichach so besonders wüten", schreibt der Vorstand der AWO Schwaben in einer Pressemitteilung. "Wir sind zutiefst betroffen von diesem furchtbaren Geschehen." Auch alle Mitarbeiter vor Ort trauerten mit den Angehörigen, die ein Familienmitglied verloren hätten.

Insgesamt betreibt die AWO 25 Betreuungseinrichtungen in Schwaben, doch in keinem von ihnen sei die Lage so schlimm wie in Aichach. "Wir versichern, dass wir alles getan haben und alles tun werden was nötig und was möglich ist, um unseren Bewohnern beizustehen, zu helfen und sie zu trösten", so der Vorstand. Die AWO bedankte sich auch für die Unterstützung des Gesundheitsamts und der Heimaufsicht sowie der Stadt Aichach. "Nur im Miteinander und gemeinsam werden wir die auch noch vor uns liegenden Herausforderungen bewältigen können", glaubt der Bezirksverband.

Die Pflegekräfte vor Ort würden Großartiges leisten, obwohl auch sie von Ängsten um ihre Gesundheit nicht verschont blieben. Doch der Bezirksverband der AWO spricht auch den Bewohnern seine Hochachtung aus. "Es ist bewundernswert, wie meist hochbetagte Menschen so ein großes Verständnis aufbringen für diese jetzt schon wochenlang und massiv wirkenden Einschränkungen des persönlichen Lebens", heißt es in der Pressemitteilung. Denn das Zugangsverbot für Angehörige, die Isolierung der Infizierten oder auch das Gebot, das eigene Zimmer nicht mehr zu verlassen, führten auch zu einer psychischen Belastung der Bewohner. Dies müsse künftig auch verstärkt bewertet werden, wenn über eine Lockerung der Restriktionen nachgedacht wird. (pm/lat)

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