Der Riese erwacht: 45 Millionen Euro teures DPD-Zentrum für die Region eröffnet

Für die Ehrengäste wurden die ersten Pakete auf die Reise geschickt. Am Samstag nimmt das neue Paketsortierzentrum des Expressdienstleisters DPD im Gewerbepark „Acht300“ bei Laimering endgültig den Betrieb auf. 380 Beschäftigte werden künftig von dort pro Tag über 90 000 Pakete umschlagen.

Das 45 Millionen Euro teure DPD-Paketsortierzentrum im Gewerbepark „Acht300“ geht an den Start. Pro Tag können bis zu 93.000 Pakete umgeschlagen werden.

„Dynamische Umstrukturierung – just in time“ lautet der Titel des Gemäldes von Kulturförderpreisträgerin Maria Breuer, das Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann am Dienstag gemeinsam mit seinem früheren Dasinger Kollegen Lorenz Arnold an die Verantwortlichen des Paket- und Expressdienstleisters DPD überreichte. Ein symbolischer Schlussstrich unter eine rund 15-monatige Bauzeit, in der rund 45 Millionen Euro in den Gewerbepark „Acht300“ gepumpt wurden, aber quasi auch gleich noch Ansporn für die Zukunft eines Expressdienstleisters, für den Zeit Geld ist.

Nun nimmt das neue Paketsortierzentrum zwischen Aichach und Dasing den Betrieb auf. In einer ersten Anlaufphase werden vor Ort täglich bis zu 36.000 Pakete umgeschlagen. Im Endausbau – vermutlich in einem Jahr – sollen das Depot pro Tag bis zu 93.000 Pakete durchlaufen, es wird die Sortierzentren Neufahrn sowie Nürnberg entlasten und auch Österreich versorgen.

380 Arbeitsplätze - Umzug aus Augsburg

Dann werden an die 380 Personen beschäftigt sein, davon 200 Zusteller. Momentan zählt das Team von Depot-Leiterin Barbara Immel rund 300 Personen. Fast alle sind mit umgezogen, nachdem das bisherige DPD-Depot in Augsburg geschlossen wurde. 

Immel ist aber bereits auf der Suche nach zusätzlichem Personal und hofft, im Raum Aichach fündig zu werden. „Einen Techniker aus dem Nachbarort habe ich schon eingestellt. Ich hoffe, dass noch mehr folgen“, erklärte sie  am Rande des kleines Festakts mit zahlreichen Ehrengästen. Darunter auch Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann und der frühere Dasinger Gemeindechef Lorenz Arnold, mit dem er das interkommunale Gewerbegebiet einst in Angriff nahm. Sorgen über ein mögliches Scheiterns sind längst der Freude über den Erfolg gewichen.

Zu dem gehört aus Sicht Habermanns auch das DPD-Depot. „Ohne Logistik läuft nichts in unserer Wirtschaft“, betonte das Stadtoberhaupt. Pakete stellten zudem eine wichtige Versorgungsquelle für Bürger dar. Davon abgesehen hoffte Klaus Habermann auf möglichst viele neue Arbeitsplätze – und Gewerbesteuereinnahmen.

Strom-Sprinter für Zusteller

Von einer langfristig angelegten Partnerschaft mit den Kommunen vor Ort sprach Thomas Ohnhaus, Chief Operating Officer (COO) bei DPD Deutschland, der dabei auch deutlich machte, dass der Expansionsbedarf in der Logistikbranche längst nicht gedeckt ist. 2016 wurden in Deutschland rund drei Milliarden Pakete umgeschlagen, heuer werden es bereits etwa vier Milliarden sein, in wenigen Jahren rechnen Experten mit acht bis neun Milliarden. Stichwort: Onlinehandel. Um dennoch einen Verkehrsinfarkt zu verhindern, brauche man neue Konzepte, so Ohnhaus.

DPD setzt zwar auch E-Autos ein, langfristig sind sie aus seiner Sicht aber nicht die Lösung. Das hat mit der „umweltverzehrenden“ Produktion von Batterien zu tun, aber auch mit mangelnder Reichweite. DPD hat am neuen Depot in Dasing eine ganze Reihe von Schnellladestationen errichtet, wäre somit eigentlich gerüstet. In der Fläche allerdings fehlen in der Region bisher die Turbo-Tankstellen für Strom-Sprinter. (von Robert Edler)

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