Wie der Sohn des Opfers nach dem schweren Zugunglück um Sicherheit im Schienenverkehr kämpft

Zwei Tote und 14 zum Teil schwer verletzte Passagiere forderte das Zugunglück im Mai 2018 am Aichacher Bahnhof.

Nach dem Zugunglück in Aichach kämpft Daniel Scheerer um mehr Sicherheit im Schienenverkehr. Seine Mutter starb bei dem schweren Unfall. Scheerer fordert von der Deutschen Bahn, ihr Netz flächendeckend mit moderner Sicherheitstechnik auszustatten.

Daniel Scheerer hat bei dem tragischen Zugunglück am 7. Mai 2018 in Aichach seine Mutter verloren. Seitdem kämpft er um eine Modernisierung der Infrastruktur – nicht nur am Aichacher Bahnhof, wo das alte mechanische Stellwerk umgerüstet wird. Mit seinem Einsatz möchte er ein weiteres verheerendes Unglück in Zukunft verhindern.

Damals hatte ein Fahrdienstleiter dem Passagierzug die Anfahrt auf ein Gleis gewährt, auf dem bereits ein Güterzug stand. Beim Zusammenstoß kam neben der 73-jährigen Aichacherin der 37-jährige Zugführer ums Leben. Außerdem wurden 13 Personen verletzt. Mit einer moderneren Technik hätte der Unfall wahrscheinlich verhindert werden können, hieß es später.

Scheerer hat sich mit einer Online-Petition an den Deutschen Bundestag gewandt. Darin fordert er unter anderem eine Neufassung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) vom 8. Mai 1967 sowie die von DB Netz AG und DB Service AG verwaltete Schienen- und Bahninfrastruktur in die Hände von „geeigneteren, gemeinnützigen Organisationsformen“ zu geben. Außerdem will er die Verantwortung für die EBO organisatorisch unabhängig von der Budgetverantwortung für die Bahn machen.

650 Unterschriften kamen zusammen

50.000 Unterstützer wären notwendig gewesen, damit Scheerer das Anliegen persönlich vor den Abgeordneten des Petitionsausschusses in einer öffentlichen Beratung vorbringen hätte dürfen. Zusammen kamen 650 Unterschriften. Das Gremium hat nun die Möglichkeit, ihn freiwillig einzuladen und vorsprechen zu lassen. "Jetzt heißt es, die Prüfung durch den Petitionsausschuss des Bundestags abzuwarten", schreibt Scheerer auf Twitter.

Der IT-Sicherheitsmanager will die Bahn zur Modernisierung ihrer Ausrüstung bewegen. Er wünscht sich eine flächendeckende Verbesserung der Sicherheit im Zugverkehr in Deutschland. „Ich werde die Sache nicht ruhen lassen, bis sich etwas ändert“, betont der Münchner, der durch seinen Einsatz dem Tod der Mutter in gewisser Weise einen Sinn geben will. „Für uns war ihr Tod ein Schock: Das Zentrum unserer Familie wurde so unerwartet getroffen“, beschreibt Scheerer seine Beweggründe, der Bahn so lange lästig zu sein, bis etwas geschieht. "Mir geht es darum, das Thema auf den Tisch zu bringen. Vielleicht bildet sich ja irgendwann eine Kommission, die sich ernsthaft damit auseinandersetzt", sagt Scheerer, der durch seine Beschäftigung mit der Bahn inzwischen zum Experten in Sachen Zugverkehr geworden ist. (Tanja Maršal/jaf)

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