Entwickelt sich Baiershofen zum Energiezentrum im Zusamtal?

von LeserReporter Josef Thiergärtner aus Altenmünster

Von der Sonne verwöhnt scheint der Altenmünsterer Ortsteil Baiershofen zu sein. Davon profitieren nicht nur Blumen und Obstbäume am Dorfanger, auch die Solar-Industrie will daraus durch den Bau von Solar-Parks ihren Nutzen ziehen.

 

Dem Gemeinderat liegt eine Anfrage für einen weiteren Solarpark vor

Der Altenmünsterer Ortsteil Baiershofen scheint bei Solarpark-Investoren besonders begehrt zu sein. Das Vorhaben der Firma vento ludens aus Jettingen-Scheppach zum Bau eines neun Hektar großen Parks befindet sich bereits in der finalen Phase. Die Bauvoranfrage für einen Solarpark mit 11 Hektar im Südwesten des Dorfes, für den das Unternehmen GP Joule aus Buttenwiesen verantwortlich zeichnet, erhielt für diese Größenordnung allerdings keinen positiven Bescheid.

Die Ursache für die zurückhaltenden Meinungen bei diesem Vorhaben lagen hauptsächlich an der Größenordnung, denn die bisherigen Anfragen des Investors bezogen sich auf nur ein Grundstück mit 6,6 Hektar. Für Maximilian Rau und Simon Litzel ist das zuviel an Fläche, die der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen wird. „Wir leisten doch schon genügend Beitrag für die Energiewende und es gibt bestimmt Gebiete, die für Landwirte weniger Bedeutung haben,“ war deren Meinung. „Altenmünster ist eine Flächengemeinde, wir können deshalb durchaus mehr grüne Energie liefern, als wir selber verbrauchen können“, merkte zweiter Bürgermeister Klaus Kaifer an. Eine solch große Solarpark-Dichte in diesem Raum erscheint aber auch ihm bedenklich. Denn nur ein paar Kilometer entfernt im Nachbarlandkreis Günzburg befinden sich weitere große Anlagen. Andere Kollegen wollten die Angelegenheit gerne zu einem späteren Zeitpunkt behandeln, wenn die Bevölkerung sich hierzu eine Meinung gebildet hat oder erste Erfahrungen aus der neuen Anlage im Norden vorliegen. Für Bürgermeister Florian Mair kam dies jedoch nicht in Frage. „Uns liegt eine Anfrage für ein Vorhaben auf drei Grundstücken in diesem Ausmaß vor, und darüber haben wir heute zu entscheiden“, war seine klare Vorgabe. Einstimmig lehnte darauf hin das Gremium die Voranfrage für den Solarpark in dieser Größenordnung ab.

Bedeutend einfacher gestaltete sich der notwendige Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes für den Solarpark der Firma vento ludens im Nordwesten des Ortsteiles Baiershofen. Paticia Goj vom Planungsbüro OPLA stellte das Vorhaben in einer detaillierten Präsentation vor und hob dabei nochmals die wesentlichen Faktoren hervor. Die für die Anlage notwendige Fläche wird derzeit landwirtschaftlich genutzt, Biotope oder sonstige schutzwürdige Bereiche sind nicht zu berücksichtigen, die Eingrünung wird umfassend erfolgen, betonte die Diplom-Ingenieurin. Die Maßnahme erfordert eine Ausgleichsfläche von 8000 Quadratmetern. Wo diese entstehen, ist noch nicht bekannt, sie wird aber innerhalb des Gemeindegebietes geschaffen, erfuhren die Gemeinderäte auf Nachfrage. Günter Zott erschienen die Maße der notwendigen Wirtschaftsgebäude etwas zu groß. Mit Projektleiter Markus Hölzl vom Investor vento ludens einigte sich das Gremium daraufhin auf eine verringerte Höhe von drei Metern und einer Gesamtfläche von 100 Quadratmetern. Nach der Klärung einiger Detailfragen stimmten die Ratsmitglieder bei zwei Gegenstimmen der Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes zum Bau des Solarparks zu.

 

Planungen für Vitale Ortsmitte schreiten voran – Hochwasserschutz hat Priorität

Bürgermeister Florian Mair informierte die Bürgervertreter über den aktuellen Planungsstand für die Vitale Ortsmitte in Altenmünster. Weil das Bauvorhaben grundsätzlich hochwassergeschützt durchzuführen ist, musste dafür ein Gutachten, das vom Büro Blasy & Overland erstellt werden. Der Münsterbach, der an der Hauptstraße und entlang der Eppishofer Straße verrohrt ist, kann bei einem 100-jährigen Regenereignis die Abflussmenge nicht vollständig fassen, eine Überschwemmung ist deshalb in diesem Bereich möglich. Dem Gutachten ist weiter zu entnehmen, dass die geplanten Gebäude hiervon jedoch nur geringfügig betroffen seien, weil das Gelände in Richtung Kirche ohnehin etwas ansteigt. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden die Planungen mit unbedeutenden Höhenänderungen angepasst, sodass eine hochwassergeschützte Bauweise erreicht werden kann.  

Für die Gestaltung der Tiefgarage fand eine Neuplanung statt, die Stellflächen befinden sich nun im nördlichen Bereich. Dadurch finden jetzt 42 Fahrzeuge in der Garage und weitere 35 auf dem Gelände Platz. „Wie sind Personen und Fahrzeuge bei Hochwasser in der Tiefgarage geschützt?“ fragten Erich Pux und Josef Heinle nach. Diese Gefahr soll durch Sensor gesteuerte Hochwasser-Schotts verhindert werden, gab Florian Mair den aktuellen Planungsstand bekannt.

Weitere Änderungsvorschläge brachten die Räte noch für die Anordnung der Toilettenanlagen dieses Objektes zur Beratung ein. Wichtig ist allen, dass diese bei Veranstaltungen ohne große Umwege und ansonsten dauerhaft zugänglich sein sollen. „Wenn all diese Änderungen in den Planungen eingeflossen sind, werden wir in unserer ersten Sitzung nach der Sommerpause den Bebauungsplan erneut behandeln und zur Auslegung bringen können. Somit wäre ein Baubeginn im nächsten Jahr realisierbar,“ blickte Bürgermeister Mair zuversichtlich in die Zukunft. 

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