Kommentar zum Fall Förster: Ein Urteil, das zu milde ausfällt

Linus Förster an seinem letzten Tag im Gerichtssaal.

Das Urteil gegen Linus Förster ist mit drei Jahren und zehn Monaten zu milde ausgefallen. Angesichts der gravierenden Taten ist das Strafmaß unverhältnismäßig. Zu verdanken hat er das der gesetzlichen Möglichkeit, mit einer Kombination aus Geständnis und Täter-Opfer-Ausgleich den Strafrahmen zu senken. Plakativ formuliert: Förster hat sich seine milde Strafe erkauft.
Die Opfer haben insgesamt mehr als 30 000 Euro erhalten, Förster hat einfach für eine kürzere Gefängniszeit bezahlt. Ein juristisches Schlupfloch, das ihm als ehemaligem Landtagsabgeordnetem mit einem entsprechenden Gehalt offensteht.
Sexuellen Missbrauch kann man nicht wiedergutmachen. Das sah auch die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer so. Nichtsdestotrotz: Der Gesetzgeber sieht diese Möglichkeit nun einmal vor. Und Förster hat sie genutzt. Angesichts seines Prozesses erscheinen solche Regelungen wenig sinnvoll. Beschuldigten mit kleinem Geldbeutel steht diese Möglichkeit nicht offen.
Sein Geständnis war für den Tatnachweis wohl nicht nötig, denn die Beweise waren eindeutig. Zumal die Erklärungen für seine krassen Vergehen absurd wirken: 1138 Kinderpornos, die unter anderem den schweren Missbrauch weinender Kinder zeigen, will er nur aufgrund seiner Sammelwut benannt und strukturiert archiviert haben. Für eine Strafmilderung hat es trotzdem gereicht. Förster hat sich damit zwar nicht seine Freiheit, wohl aber ein paar Jahre weniger Haft erkauft.

Kristin Deibl

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