Erstaufnahme in Inningen

In Inningen entsteht im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Ziegelei eine Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 100 Flüchtlinge. Das gab Christian Gerlinger vom Sozialreferat der Stadt Augsburg anlässlich einer Informationsveranstaltung im Pfarrsaal St. Peter und Paul bekannt. Schwabens Regierungspräsident Karl-Michael Scheufele informierte zu dem Vorhaben und stellte sich den Fragen der Bürger. 94 Flüchtlingen sollen im September in die Einrichtung einziehen.
In Schwaben gibt es 2700 bis 2800 Erstaufnahmeplätze - 6000 werden benötigt, so Scheufele. Er verwies auf die 1,1 bis 1,3 Millionen Asylbewerber, die 2015 in Deutschland angekommen sind - was 2016 geschehe, sei ungewiss. Die Flüchtlinge würden nach dem Registrierverfahren an der Grenze in Bussen in die Erstaufnahme gebracht. Dort erhalten sie eine Erstversorgung: Kleidung, Essen und erste, ärztliche Untersuchungen. Bei einer Verweildauer von einer Woche bis zu sechs Monaten werden dort einige weitere Verfahren abgewickelt. Wer genau kommen wird, Familien oder junge Männer etwa, das erfahre die Regierung von Schwaben erst bei der Abfahrt der Busse an der Grenze, so Scheufele. Neben den Fragen, der vielen, anwesenden Bürger, gab es auch kritische Bemerkungen. So hieß es, dass die Bürger nicht ausreichend - vor der Entscheidung - informiert worden seien.
Während der Veranstaltung zu der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in der Bobinger Straße im vergangenen September, sei die Möglichkeit der Erstaufnahme andeutungsweise erwähnt worden, so Gerlinger.
Bürger gaben auch zu bedenken, dass die Kriminalität in der Nähe von Erstaufnahmeeinrichtungen steigen würde. Scheufele und ein Vertreter der Polizei-Inspektion Süd versuchten diese Ängste zu zerstreuen. Die Polizei habe bisher keine Anzeigen bezüglich sexueller Übergriffe registriert. Bei den Straftaten handle es sich eher um Diebstähle, Ruhestörungen, Schwarzfahrer und Streitereien in den Einrichtungen.
In Inningen gibt es inzwischen einen Helferkreis, dem 50 Bürger angehören. Die Einrichtung in Inningen ist für zehn Jahre angemietet. Für sie gibt es eine Heimverwaltung, einen Hausmeister, Betreuungspersonal, Reinigungspersonal und einen Sicherheitsdienst rund um die Uhr. (Klaus Hechler )

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