Polizei warnt vor gelockerten Radmuttern in Schwaben-Nord

Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord häufen sich nach Angaben der Polizei seit Jahresbeginn Fälle von gelockerten Radmuttern an Fahrzeugen. Besonders betroffen seien momentan die Landkreise Donau-Ries (mit etwa 40 Fällen) und Dillingen (mit etwa 15 Fällen).

Die Kriminalpolizei Dillingen wandte sich deshalb mit Informationen und Präventionshinweisen an die Bevölkerung. In vier Fällen sei es zu Unfällen gekommen, als sich gelockerte Muttern während der Fahrt lösten. Glücklicherweise sei bislang niemand verletzt worden. Der dabei entstandene Sachschaden jedoch gehe in die Tausende. Solche Taten seien keinesfalls als Scherz oder Kavaliersdelikt zu werten, betont die Polizei.

In der Information zitiert die Polizei den Paragraph 315b des Strafgesetzbuchs: "Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt, Hindernisse bereitet oder einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt, und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar."

Zur Bekämpfung dieses Delikts bitte die Polizei deshalb um ein gesundes Maß an Vorsicht und die Mithilfe der Bevölkerung, etwa um die Meldung verdächtiger Wahrnehmungen. Verkehrsteilnehmer sollten grundsätzlich vor jeder Fahrt einmal um ihr Fahrzeug herumgehen und dieses auf Beschädigungen und lockere Radmuttern untersuchen.

Sollten man feststellen, dass das Fahrzeug während der Fahrt schon bei geringer Geschwindigkeit ungewohnte, klackende Geräusche von sich gibt oder Lenkung und Fahrstabilität eingeschränkt sind, bittet die Polizei darum unverzüglich anzuhalten. Es könne durchaus sein, dass die Geräusche bei höherer Geschwindigkeit (etwa 60 Stundenkilometern) nicht mehr wahrnehmbar sind. Deshalb wird grundsätzlich geraten, nie bis zur nächsten Werkstatt weiterzufahren.

Bestehe der Verdacht, dass sich jemand vorsätzlich an den Rädern oder Radmuttern zu schaffen gemacht hat, sollte sich der Betroffene auf jeden Fall unverzüglich bei der Polizei melden. In turnusgemäßen Abständen sollten das korrekte Drehmoment der Radmuttern geprüft werden, etwa bei jeder Luftdruckkontrolle. Sollten die Möglichkeit bestehen, das Fahrzeug in der Nacht oder bei Nichtbenutzung in einer Garage abzustellen, wird dazu geraten.

Grundsätzlich gelte: "Auch technische Ursachen beziehungsweise Bedienungsfehler könnten die Ursache sein, etwa wenn die Räder beim Wechseln nicht mit der erforderlichen Sorgfalt festgezogen worden sind. Auch fehlerhafte Bremsscheibenwechsel oder Verwendung von Radmuttern und Schrauben, die nicht zur Felge oder Nabe beziehungsweise zum Fahrzeug passen oder die Verwendung von Kompletträdersätzen, die nicht zum Fahrzeug passen und somit auch nicht zugelassen sind, können ursächlich sein."

Beim Rad- oder Reifenwechsel gelte: Die Vorgaben und Anleitungen in der Bedienungsanleitung der Fahrzeughersteller sind unbedingt zu beachten. Aus der Bedienungsanleitung und aus den Herstellerunterlagen können man auch die vorgeschriebenen Drehmomente entnehmen. Zu beachten sei, dass bei Sonderrädern, sowie bei Winter- und Sommerreifen, oft unterschiedliche Radschrauben oder Radmuttern zu verwenden sind. Zwingend erforderlich ist, dass nach einer Fahrstrecke von etwa 50 Kilometern das Anzugsdrehmoment an den Radschrauben beziehungsweise Radmuttern nochmals überprüft wird! Beschädigte Teile (Radmuttern, Radschrauben, Felgen oder Radnaben) seien zu erneuern. Radschrauben oder Radmuttern müssen frei von Korrosion und Schmutz sein. Abgenommene Reifen sollten stets vor Einlagerung entsprechend gereinigt und auf Schäden überprüft werden. Grundsätzlich sollten Reifen nur von Sachkundigen gewechselt werden. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

2 0 2 0 - die "Weltenburger Enge …
1 Tag 11 Stunden
Über 15.000 Austritte aus der katholischen Kirche …
1 Tag 18 Stunden
Neue Ausstellung von Uli Stein in Museum und …
6 Tage 16 Stunden
Wege gehen
1 Woche 1 Tag
Fast ein alltägliches Bild, Indisches Springkraut …
1 Woche 4 Tage


X