Coronavirus: "Infektionsgeschehen nimmt wieder Fahrt auf"

Insgesamt 133 neue Covid-19-Fälle wurden dem Gesundheitsamt der Stadt Augsburg im Monat Juli gemeldet. Sieben Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden, vier davon intensivpflichtig. Eine Patientin ist verstorben. 21 Personen sind aktuell noch erkrankt.

Im Landkreis Augsburg steigt die Anzahl der Corona-Neuinfektionen. Im Vergleich zum Mittwoch habe das Gesundheitsamt für das Landkreisgebiet acht Neuinfektionen registriert, teilt das Landratsamt am Donnerstag mit. In der Stadt Augsburg indes gibt es am Donnerstag keinen neuen Corona-Fall.

Im Landkreis Augsburg steigt die Zahl der insgesamten Infektionsfälle, gerechnet ohne zehn Todesfälle, auf 448 seit Beginn der Pandemie. Das "Infektionsgeschehen nimmt wieder Fahrt auf", schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Die gute Nachricht: 410 Personen sind bereits wieder genesen. Aktuell verzeichnet man in Augsburg-Land also 38 Corona-Infizierte. In der Stadt Augsburg wurden insgesamt bisher 570 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 537 von 570 Personen sind genesen, 17 sind aktuell erkrankt, 16 Personen sind verstorben.

In Augsburg sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz damit auf den niedrigen Wert von 2,0. Dennoch warnte die Stadt am Vortag vor einer zweiten Welle zum Ende der Ferien. Im Landkreis Augsburg häufen sich bereits jetzt die Neuinfektionen. "Aufgrund der gestiegenen Anzahl von Reiserückkehrern, teilweise aus Risikogebieten, sowie des vermehrten Zusammentreffens von größeren Menschengruppen bei Familienfeiern oder im Vereinsleben" werde sich der Trend steigender Zahlen voraussichtlich weiter fortsetzen, da oftmals Hygiene- und Abstandsregeln vernachlässigt würden, so das Landratsamt.

Der Landkreis Augsburg nehme "die Lage weiterhin sehr ernst" und man berate sich von Woche zu Woche, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Zahlen möglichst stabil auf einem niedrigen Niveau zu halten. Damit die Eindämmung des Infektionsgeschehens gelingen könne, müsste jeder Einzelne seinen Beitrag leisten, sagt Landrat Martin Sailer. Das verantwortungsvolle Verhalten aller, beispielsweise von Reiserückkehrern oder im September zum Schulstart, sei dafür entscheidend.

So schätzt auch die Stadt Augsburg die Lage ein. Nach Angaben des Gesundheitsamtes Augsburg ergaben sich bei zahlreichen Infektionsketten Hinweise auf einen Zusammenhang mit Auslandaufenthalten. "Bürgerinnen und Bürger werden daher aufgefordert, wieder verstärkt auf die Einhaltung der Hygieneregeln zu achten und sich nach ihrer Reiserückkehr in den ersten 14 Tagen möglichst mehrmals testen zu lassen", so die Stadt. Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich in häusliche Quarantäne begeben. „Diese Maßnahmen sind unabdingbar, damit es – auch nach Ferienende – nicht zu einer plötzlichen Häufung von diffusen und nicht mehr überschaubaren Infektionsketten kommt, wodurch dann eine zweite Welle entstehen könnte“, betont Dr. Thomas Wibmer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Augsburg.

Augsburger Gesundheitsamt konnte "die aktuellen Infektionsketten unterbrechen"

Er erklärt, dass durch "die Ermittlung und Testung von Kontaktpersonen sowie die Anordnung und Umsetzung von Infektions- und Quarantäneschutzmaßnahmen" das Gesundheitsamt "die aktuellen Infektionsketten unterbrechen und eine weitere Ausbreitung in der Bevölkerung verhindern" konnte.

„Derartig komplexe Cluster zu ermitteln und zu unterbrechen, stellt Gesundheitsämter vor erhebliche Herausforderungen“, sagt Wibmer. „Eine Erfolgsgarantie bei dieser Arbeit gibt es nicht, insbesondere, wenn es zu einer zeitgleichen Häufung von Infektionsgeschehnissen kommt."

Auch Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen betroffen

Unter anderem wurden zuletzt Covid-19-Infektionen festgestellt, die im Zusammenhang mit Ausbrüchen in einer Gaststätte, in einer Asyl-Unterkunft, in einer Firma im Landkreis Aichach-Friedberg oder im Umfeld mehrerer, zum Teil verwandter Familien und eines Augsburger Pflegeheims auftraten. Auch einige Kindertageseinrichtungen und Schulen waren betroffen. Dabei habe das Gesundheitsamt erstmals Übertragungen von Kind zu Kind im Stadtgebiet festgestellt: In einer Kindergartengruppe, in der ein Corona-positives Kind betreut wurde, infizierten sich zwei weitere Kinder.

Jede vierte infizierte Person jünger als 20 Jahre

Der Altersdurchschnitt der im Juli im Stadtgebiet Augsburg Infizierten lag bei etwa 36 Jahren und damit acht Jahre unter dem Durchschnittsalter der von März bis Juni ermittelten Covid-19-Fälle in Augsburg. Vergleichsweise wurden im Juli viele Kinder und Jugendliche positiv getestet: Jede vierte im Juli infizierte Person war jünger als 20 Jahre. Von März bis Juni war diese Altersgruppe nur in jedem zehnten Fall betroffen. 12,8 Prozent der zuletzt registrierten Fälle waren sogar unter zehn Jahre alt. Von März bis Juni fielen nur 4,2 Prozent aller Fälle auf Kinder unter zehn Jahren. (pm/jaf/mjt)

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