Richtfest für ein besonderes Haus.

von LeserReporter Hans Blöchl aus Augsburg-Lechhausen
Isabell(links) und Silke freuen sich mit ihrer Mutter Renate auf ihr neues Zuhause. Foto Blöchl

Isabell und Silke freuen sich sichtbar sehr vor ihrem zukünftigen neuen Heim bei Sozialzentrun der Arbeiterwohlfahrt in der Hammerschmiede. Zusammen mit ihrer Mutter Renate sind sie Gäste und gleichzeitig auch ein wenig zukünftige Hausherrinnen in ihrem baldigen neuen Zuhause. Es ist ein besonderes Projekt, für das gemeinsam der „Hebauf“ gefeiert wird.

Selbständigkeit trotz Handicap.

Schon die Zahl der prominenten Gäste aus der Politik, unter ihnen Baumeisterin Eva Weber und Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer, viele Stadträte, MdB Ulrike Bahr und Bezirksrat Volkmar Thumser begrüßte AWO – Geschäftsführer Werner Weishaupt beim Fest. Aber auch viele zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses mit ihren Familien waren gekommen, 22 erwachsene Menschen mit unterschiedlichen Handicaps werden dort ein neues Zuhause finden. Sie leben selbständig in eigenen behindertengerechten Wohnungen und erfühlen die für sie jeweils notwendigen Unterstützungsleistungen. Zusätzlich wird auch eine Tagespflege im Haus untergebracht.
Bisher hatten auch Isabel und Silke zuhause  gelebt. Wie jeder weiß, ist das Zusammenleben von Eltern und erwachsenen Kindern unter einem Dach nicht immer ganz einfach. So wollten die Kinder trotz ihrer Einschränkungen immer auch Selbständigkeit und  Selbstbestimmung erleben. Auch für die Eltern ist es nicht immer einfach, loszulassen und die Kinder in die Selbständigkeit zu entlassen. Seit langem ist Inklusion ein wichtiges gesellschaftliches Ziel, das aber für Die Menschen diese Gruppe gar nicht einfach umzusetzen ist. Auf dem sogenannten freien Wohnungsmarkt eine entsprechende Wohnung zu finden ist nahezu unmöglich. Deshalb hat man sich mit anderen Betroffenen zusammengetan, einen Verein gegründet und dann die entsprechenden Partner für ein neues Projekt gesucht. „Die Familien waren der Motor dieser Idee!“ betonte Eva Weber in ihrem Grußwort.

Seit 2015 wurde an der Umsetzung des Vorhabens gearbeitet. In der Arbeiterwohlfahrt fand man schnell eine Organisation, die für derartige Projekte und neue Ideen immer zu haben ist. Eine gemeinsame Projektgesellschaft wurde gegründet und so machte man sich auf den Weg. Der Vorsitzende des Vereins Peter Senger lobt wie Werner Weishaupt die gute Zusammenarbeit und Unterstützung durch die beteiligten Institutionen und auch die Stadtverwaltung. Da mussten entsprechende Pläne gemacht werden, natürlich musste auch Geld beschafft werden, um das Projekt umzusetzen.  Mit unterschiedlichen Fördermittel- und Zuschussgebern wurde verhandelt, , die  Stiftung “Herz zeigen“ stellte Euro 120 000.- zur Verfügung.  So konnte dann die Realisierung angegangen werden. Ca. 5 Millionen Euro wird das Haus am Ende kosten, „Geld, das sehr gut angelegt ist!“ wie betont wurde. Mit dem Richtfest wurde nun der erste wichtige Bauabschnitt abgeschlossen. Und im Jahr 2020 werden wohl Silke und Isabell als selbständige Menschen, unter fachkundiger Anleitung ihre erste eigene Wohnung beziehen. Ein Meilenstein für sie und ihre Familien. Und nicht zuletzt wurde das Thema „Behinderung und Inklusion“ wieder ein wenig mehr in das Blickfeld er Öffentlichkeit gerückt.
Über den Verein und das Projekt kann man sich unter www.gemeinsam-wohnen-mit-handicap.de informieren.

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