Freundschaft mit dem Augsburger Gaswerk: Verein feiert Jubiläum

Die historische Aufnahme aus dem Bestand der Gaswerksfreunde zeigt das Gaswerksgelände um das Jahr 1920.

Der Verein Gaswerksfreunde feiert sein 15-jähriges Bestehen. Seinen Mitgliedern ist es zu verdanken, dass die denkmalgeschützten Gebäude nie ganz in Vergessenheit gerieten.

Als vor 15 Jahren der Verein der Gaswerksfreunde gegründet wurde, war das Gaswerk noch im Dornröschenschlaf und kaum ein Augsburger kannte das große Gelände mit seinen denkmalgeschützen Gebäuden. Auch war ein Besuch im Gaswerk kaum möglich und es gab nur sehr selten die Gelegenheit, einen kurzen Blick hinter die Mauern des Gaswerks zu werfen.

Seit Mai 2009 bieten die Gaswerksfreunde Augsburg feste Termine für die Führungen durch das Gaswerk und auch immer mehr Sonderführungen für Gruppen an. Alleine im Jahr 2019 waren es neben den regulären Führungen an jedem dritten Sonntag im Monat noch 86 Sonderführungen.

Deshalb wünscht sich der Verein mehr Helfer und Unterstützer. Vor allem für die zahlreichen Führungen braucht er dringend noch Helfer, die Lust haben, spannende historische Themen anschaulich zu vermitteln und Besucher durch das europaweit einzigartige Industriedenkmal Gaswerk oder auf das Dach des Gasbehälters zu führen.

Kaum jemand wusste vor 15 Jahren, dass hier früher bis zu 250 Mitarbeiter unter teilweise schwierigsten Bedingungen schwer gearbeitet haben, um das ganze Stadtgas für Augsburg und später auch Ferngas für das Umland – sogar bis nach Kaufbeuren – aus Steinkohle hergestellt und gerade im Zweiten Weltkrieg ihr Leben dafür riskiert haben. Daher beschloss der heutige erste Vorsitzende Oliver Frühschütz im Jahre 2002 die inzwischen ehemaligen Mitarbeiter zum Gaswerk und dessen Funktion zu befragen und das ganze aufzuschreiben und dann auf einer Internetseite zu veröffentlichen.

Als dann im Gaswerk „leergeräumt“ wurde, haben ein paar ehemalige Mitarbeiter angefangen, viele Dinge zu retten, bevor diese im Müll für immer verschwunden wären. Das Gästebuch von 1915 mit all den Original-Unterschriften der Erbauer, Abzüge von etwa 300 Baufotos von 1913 bis 1915, aber auch Exponate wie ein großer Elektrowagen, Original Bauplan von 1913 und vieles mehr wurden „versteckt“. Auch das Stadtarchiv und das Textil- und Industriemuseum tim hatten ihren Beitrag geleistet und viele Unterlagen und Exponate gerettet. Aber auch 150 Jahre alte Bücher, welche die Gasgeschichte von Deutschland und teilweise Europa widerspiegeln und zahlreiche Baupläne ebenso die Einrichtung vom Direktorenbüro wurden gerettet. Diese Dinge sollten aber nicht für immer im Keller verschwinden und irgendwann doch im Müll landen. So trafen sich am 15. Februar 2005 insgesamt zwölf Personen, um im Architekturmuseum den Verein Gaswerksfreunde Augsburg zu gründen. Im September 2007 gab es die ersten Führungen ohne Anmeldung für die Besucher durch das Gaswerk, in denen die Vereinsmitglieder die ehemalige Funktion des Gaswerks und der Gebäude den Besuchern erklärten. "Am 1. Oktober 2007 haben wir den Mietvertrag für das Gaswerksmuseum unterschrieben und seit dem haben wir in der alten Elektrozentrale bei den alten großen Dieselmotoren von 1918 und 1958 unser Museum eingerichtet", berichtet Frühschütz. Dank der Initiative von Professor Karl Ganser wurde von den Stadtwerken Augsburg auch das Dach des 84 Meter hohen Scheiben-Gasbehälters als Aussichtsplattform umgebaut.

Die vergangenen 15 Jahre hat der Verein die Internetseite ausgebaut, unzählige Besucher durchs Gaswerk und auf das Dach des Scheiben-Gasbehälters geführt, unzählige Bilder gescannt und digitalisiert und zahlreiche neue Exponate für das Museum beschafft. Mitglieder besuchen in Europa viele andere noch erhalten Gasbehälter und Gaslaternen und knüpfen weltweit Kontakte zu anderen Interessierten zu diesem Thema und erweitern damit den Internetauftritt. Auch Vereinsausflüge und Feiern stehen immer wieder auf dem Programm.

Die Führungen sind heuer vom 15. März bis 18. Oktober jeden dritten Sonntag im Monat. Um 11 und 13 Uhr finden Führungen durch das Ofenhaus statt (Dauer eineinhalb Stunden). Um 13 Uhr findet auch eine geschichtliche Führung durch das Gaswerk statt (zwei Stunden). Ab April werden dann auch wieder die Aufstiege auf das Dach des Scheiben-Gasbehälters (eine Stunde) von den Stadtwerken angeboten. Eine Anmeldung ist nur für größere Gruppen notwendig.

Der Kontakt zum Verein ist möglich unter www.gaswerk-augsburg.de, per E-Mail an mail[at]gaswerk-augsburg[dot]de oder unter Telefon 0821/58 50 41. (pm)

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