GeschwisterCLUB gewinnt Bayerischen Präventionspreis

von Leserreporter Verena Rombachaus Augsburg-Oberhausen

München, 5. Dezember 2019. Das Projekt „GeschwisterCLUB“ des Instituts für Sozialmedizin in der Pädiatrie Augsburg (ISPA e.V.) wurde gestern in den Räumlichkeiten des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege in München mit dem Bayerischen Präventionspreis in der Kategorie „Prävention in Familie, Kindertagesstätte und Schule“ ausgezeichnet. Staatsministerin Melanie Huml hat den Preis gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Dr. Andreas Zapf, übergeben.

„Mit dem GeschwisterCLUB möchten wir die Geschwister von Kindern und Jugendlichen mit einer Erkrankung oder Behinderung unterstützen“, erklärt Andreas Podeswik, der Initiator des Projekts und Vorstand von ISPA e.V. „Geschwisterkinder sind erhöhten Belastungen ausgesetzt, so erleben sie Sorgen und Ängste um die Zukunft ihrer Familie, übernehmen Verantwortung in der Pflege ihrer Brüder und Schwestern und nehmen sich oftmals mit ihren eigenen Bedürfnissen zurück, um die Eltern nicht noch zusätzlich zu belasten.“ Studien belegen, dass Geschwister ein leicht erhöhtes Risiko haben, psychische Auffälligkeiten auszubilden.

Aus diesem Grund hat ISPA e.V. in Kooperation mit dem Bunten Kreis Augsburg und dem Verbund für Geschwister 2011 begonnen, das Präventionskonzept GeschwisterCLUB zu entwickeln, um Geschwister bestmöglich in ihrer Entwicklung zu fördern. Unterstützt wurden die Kooperationspartner dabei auch von der Stiftung Familienbande und der Aktion Mensch. „In unseren fachlich fundierten und wirkungsvollen Angeboten geht es darum, die Kinder spielerisch in ihren Fähigkeiten zu stärken“, erläutert Projektleiterin Kerstin Kowalewski. „Auf diese Weise sollen die Geschwister selbstbewusster werden, ihre eigenen Bedürfnisse achten lernen und längerfristig psychisch gesund bleiben.“ In den Gruppenangeboten des GeschwisterCLUBs, die regelmäßig auch im Bunten Kreis Augsburg stattfinden, wird gelacht, gespielt und gebastelt. Es gehe aber auch um die Auseinandersetzung mit der besonderen Rolle als Geschwisterkind und darum, gemeinsam mit der Gruppe Strategien zu erlernen, wie man schwierige Situationen am besten meistern könne, so Kerstin Kowalewski weiter.

Verbreitung des GeschwisterCLUBs in Deutschland

„Diese Auszeichnung mit dem Bayerischen Präventionspreis ist eine hervorragende Würdigung unserer Arbeit und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Marita Grimm, 1. Vorstand von ISPA e.V. Das nächste Ziel des Projekts sei es, den GeschwisterCLUB zu verbreiten, sodass Kinder in ganz Deutschland davon profitieren können. „Dafür haben wir eine Förderung der Aktion Mensch Stiftung erhalten, die es uns ermöglicht, innerhalb von fünf Jahren 50 weitere GeschwisterCLUB-Standorte aufzubauen.“

Der Bayerische Präventionspreis

Der Bayerische Präventionspreis wurde vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ausgelobt. 2019 wurde er bereits zum 15. Mal in vier Kategorien vergeben. Mit dieser Auszeichnung möchten die Initiatoren beispielhafte Initiativen und herausragende Präventionsprojekte würdigen sowie innovative Ideen und ihre Umsetzung fördern.

Das Foto zeigt von links:
Andreas Podeswik (Vorstand ISPA e.V.), Marita Grimm (Vorstand ISPA e.V.), Melanie Jagla (Hochschule Magdeburg-Stendal, Evaluation GeschwisterCLUB), Kerstin Kowalewski (Projektleitung GeschwisterCLUB ISPA e.V.), Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml, Irene von Drigalski (Geschäftsführerin Stiftung FamilienBande), Dr. med. Gabriele Brandstetter (Einrichtungsleiterin Bunter Kreis Nachsorge gGmbH) und Dr. Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Quelle: StMGP

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