Augsburger Zoo: Elefanten ziehen in neues Zuhause

Das neue Haus für die Dickhäuter im Augsburger Zoo ist am Montag eingeweiht worden

Im neuen Elefantenhaus haben die Dickhäuter ausreichend Platz.

Fast zwei Jahre haben die Bauarbeiten für das neue Elefantenhaus im Augsburger Zoo gedauert. Am Montag übergab der Schweriner Architekt Frank Kirsten der Augsburger Zoodirektorin, Barbara Jantschke, den Schlüssel zur neuen „Wohnung“ der schwäbischen Dickhäuter.

Viele Gäste waren zur Eröffnung des Elefantenhauses geladen. Zu Beginn der Feierlichkeiten sprach Jantschke und bedankte sich bei allen Menschen, Firmen und Unternehmen, ohne die dieses gewaltige Unterfangen niemals zustande gekommen wäre. Das ursprünglich sechs Millionen Euro schwere Projekt verschlang bis zur Fertigstellung insgesamt 7,3 Millionen Euro, was in Anbetracht der Bauzeit von etwa zwei Jahren keinen wesentlichen Investitionszuwachs darstellt. Die Mehrkosten, so Jantschke, konnten allein durch die Eintrittsgelder für das Zoo-Jahr 2019 getragen werden.

„Das macht den Augsburger Zoo zur bestbesuchten Freizeiteinrichtung in Augsburg, und diese steht damit in der ,Tabelle’ noch vor dem AEV und dem FCA“, sagte Helmut Schuler, der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises des Augsburger Zoo in seiner Begrüßungsrede. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sprach von einem historischen Ereignis für die Stadt und von der großen Bedeutung für den Artenschutz, den sowohl die Schwabenmetropole als zukünftiger Sitz des bayerischen Artenschutzzentrums, als auch der dort ansässige Zoo innehat. Hervorgehoben wurde dabei, dass das neue Elefantenhaus nicht nur als Event dient, sondern allem voran dem Bildungsauftrag nachkommen wird.

Um das zu garantieren, wurde das Umweltbildungszentrum in den Räumen des Elefantenhauses integriert, welches gestern ebenfalls eröffnet wurde. Hier sollen im sogenannten „Grünen Klassenzimmer“ jährlich bis zu 30 000 Personen, vorrangig Kinder und Jugendliche, im Rahmen der Zooschule an umwelttechnische und -politische Themen herangeführt werden. Jantschke betont dabei, dass das Elefantenhaus dafür ganz neue Möglichkeiten eröffne. Zur Einweihung bekam Direktorin Jantschke einen Spendenscheck in Höhe von 114 300 Euro überreicht. Diesen, so Jantschke, wisse sie gut einzusetzen.

Kirsten, Architekt und kreativer Kopf, der maßgebend für die Planung der großzügigen Anlage zuständig war, stellte in seiner Rede heraus, wie unkompliziert und direkt die Zusammenarbeit mit den Bauherren und Entscheidungsträgern sowie mit den Handwerkern war. Kirsten, der schon für den Umbau des alten Elefantenhaues zuständig war, überreichte im Anschluss daran der Zoodirektorin offiziell den symbolischen Schlüssel für das Elefantenhaus.
Auf mehr als 10 000 Quadratmetern, auf denen bis zu fünf Tiere leben können, ist somit ein neues Zuhause für Augsburgs Dickhäuter entstanden. Davon entfallen allein 7000 Quadratmeter auf die Außenfläche.

Der große Innenbereich, der so gestaltet ist, dass die Elefanten sich immer frei bewegen können, wurde nach dem Konzept des sogenannten „Protected Contact“ errichtet. Das bedeutet, dass zukünftig kein direkter Kontakt mehr zwischen den Tieren und den Pflegern stattfindet. Diese Methode minimiert zum einen das Unfallrisiko für die Pfleger und zum anderen fördert es das natürliche Verhalten der Elefanten.

Bis das Elefantanhaus an seine eigentlichen Bewohner übergeben wird, dauert es aber noch ein bisschen. „Die Tiere, sollen langsam an die neue Umgebung gewöhnt werden“, sagt Kurator Thomas Lipp. Man gehe davon aus, dass der Eingewöhnungsprozess Ende März abgeschlossen ist. Dann werden die 65 Jahre alte Targa, der mittlerweile älteste Elefant in ganz Europa und ihre „Kollegin“ Burma „tatkräftig daran arbeiten“, ihre Besucher für ihre Belange zu begeistern und sie für den Artenschutz zu sensibilisieren. Weiter sagt Lipp, dass noch in diesem Jahr Elenfanten aus dem Berliner Zoo nach Augsburg kommen werden.
Das wird spätestens im Juli passieren und vielleicht geht dann ein großer Wunsch von Helmut Schuler in Erfüllung, den er in seiner Rede geäußert hat – ein Elefantenbaby „Made in Augsburg“. 

Von Peter Sausenthaler

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