Angriff am Augsburger Königsplatz: Sechs mutmaßliche Mittäter doch wieder eingesperrt

Erneute Wende im Fall um den getöteten Feuerwehrmann am Königsplatz.

Erneute Wende im Fall um den tödlichen Angriff auf einen Feuerwehrmann am Nikolaustag auf dem Augsburger Königsplatz: Die sechs mutmaßlichen Mittäter des 17-jährigen Hauptbeschuldigten müssen zurück in Haft, nachdem sie erst kurz vor Weihnachten nach Hause durften.
Anlass für diese Kehrtwende ist offenbar eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) München am Freitag. Dieses hat wohl die Haftbefehle gegen die sechs mutmaßlichen Mittäter wieder in Vollzug gesetzt. Das geht aus der Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks auf dessen Internetseite hervor.

Eine offizielle Stellungnahme zu dieser Entscheidung liegt noch nicht vor. Die Pressestelle des OLG war am Samstag nicht zu erreichen. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll laut einem der Verteidiger Flucht- und Verdunkelungsgefahr die Begründung des OLG für die Wiedereinsetzung der Haftbefehle sein. Damit sind nun alle sieben mutmaßlichen Täter wieder in Untersuchungshaft.

Die Entscheidung des OLG überrascht vor allem, weil erst kurz vor Weihnachten die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg sechs Haftbefehle aufgehoben hatte, nachdem die Anwälte der Jugendlichen Haftbeschwerde einlegten. Und die Begründung der Jugendkammer war sehr deutlich.

Das Gericht "verneinte nach eingehender Prüfung auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse und Beweismittel, insbesondere der Sichtung der Videoaufzeichnungen bei allen sechs Beschuldigten den dringenden Tatverdacht der Beihilfe zum Totschlag", hatte Gerichtssprecher Christian Engelsberger mitgeteilt.

Schlag war "spontane, sofort abgeschlossene Handlung"

Der Begründung des Landgerichts Augsburg zufolge handelt es sich bei dem tödlichen Schlag gegen den Kopf des getöteten Opfers um eine "spontane, sofort abgeschlossene Handlung des siebten, sich noch in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten". Das Gericht sah damit bei einem Teil der Beschuldigten, die sich unmittelbar am Geschehen befanden, keinen Vorsatz als gegeben.

Ein gemeinschaftliches „Umzingeln“ des Opfers habe das Gericht nicht feststellen können. Hinsichtlich der Beschuldigten, die sich weiter entfernt vom Tatgeschehen aufhielten, zum Teil diesem sogar den Rücken zukehrten, fehle es schon an einer objektiven Beihilfehandlung. Bei den übrigen beiden Beschuldigten bejahte die Jugendkammer zwar den dringenden Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung zu Lasten des zweiten, schwer verletzten Opfers, verneinte jedoch ausdrücklich die Haftgründe der Fluchtgefahr und der Verdunkelungsgefahr.  Warum also das OLG nun diese Punkte plötzlich so völlig anders beurteilt, kann nur das Gericht selbst erklären. (jaf/mh)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

Neueste Kommentare

Vormittag auf dem Feld, Nachmittag schon im …
1 Tag 1 Minute
Schöne Gärten in Haunstetten ....
3 Tage 3 Stunden
Regenbogen
3 Tage 3 Stunden
Regenbogen
3 Tage 3 Stunden
Mauerbepflanzung vom Feinsten
1 Woche 1 Stunde


X