Mehr Verkehrsunfälle, mehr Kontrollen für Motorräder: Polizeiinspektion Schwaben Nord stellt Unfallstatistik 2018 vor

Vorführung für die Presse: Im kommenden Jahr sollen vermehrt Motorradfahrer kontrolliert werden, von der neuen Motorradkontrollgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Wie so eine Kontrolle ablaufen könnte, spielten die Beamten am Freitag schon einmal den Pressevertretern vor. Foto: Laura Türk

Augsburg - Der Verkehr in der Region Augsburg nimmt seit Jahren zu: Die Bürger kaufen immer mehr Autos, der Kfz-Bestand im Bereich des Polizeipräsidium Schwaben Nord, also in der Stadt Augsburg und den Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg, Dillingen und Donau-Ries, ist in den letzten Jahren um rund 20 Prozent angestiegen, die Bevölkerung um 5,5 Prozent. Das sorgt für volle Straßen, und die wiederum für einen Anstieg der Verkehrsunfälle.
So interpretierte am Freitag zumindest Polizeivizepräsident Norbert Zink die steigenden Unfallzahlen in der Region - sie erhöhten sich 2018 um 2,57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch es gab bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik auch Positives zu berichten: Denn im dritten Jahr in Folge war die Zahl der Unfalltoten auf ihrem geringsten Stand seit Einführung der Statistik vor über 60 Jahren.

25 Leute in der Region starben 2018 als Folge eines Verkehrsunfalls, fünf weniger als in den beiden Vorjahren. "Über diese Entwicklung sind wir sehr froh", sagte Norbert Zink. "Wir müssen uns aber auch immer klar machen, welches Leid hinter jeder einzelnen Zahl steht". Die verhältnismäßig meisten Toten gab es in der Altersstufe der "jungen Fahrer", also Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren, und im August und Oktober - den Monaten mit der besten Witterung, so die Polizei, und deshalb auch mit vielen Freizeitunfällen.

Erhöhte Geschwindigkeit führt zu den meisten tödlichen Unfällen

Erhöhte Geschwindigkeit bleibt auch 2018 der "Hauptunfallverursacher Nummer eins" bei tödlichen Unfällen, so Polizeioberrat Ralf Bührle. Darauf folgen das Missachten von Vorfahrt und vorschriftswidrige Straßenbenutzung beziehungsweise Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot.

Allgemein hat eine Unfallursache ihre "Spitzenstellung ausgebaut": 44 Prozent aller Verkehrsunfälle lagen 2018 an einem zu niedrigen Sicherheitsabstand, eine Zunahme von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Der Verkehr verdichtet sich immer mehr", erklärt das Ralf Bührle. Das wirke sich auch auf den Sicherheitsabstand aus. Viele Unfälle passierten auch beim Wenden, Abbiegen oder Rückwärtsfahren.

Immer mehr Autofahrer unter Alkoholeinfluss

Sorgen machen der Polizei vor allem die Zahlen zu Alkohol im Straßenverkehr, da "sieht die Entwicklung gar nicht gut aus", erzählt Bührle. Es sei auffällig, dass immer mehr kontrollierte Autofahrer oder Unfallverursacher unter Alkoholeinfluss unterwegs seien. Das zeigt sich auch in der Statistik. Die Zahl der durch Alkohol ausgelösten Unfälle stieg im vergangenen Jahr um 10 Prozent an - von 365 Unfällen im Jahr 2017 auf 402 im Jahr 2018. Seit 2015 steigen hier die Zahlen.

Auch die Anzahl der Unfälle im "motorisierten Zweiradverkehr", also von Fahrern von Mofas, Mopeds, Rollern oder Motorrädern ist seit 2009 inzwischen um rund acht Prozent angestiegen.

Schwerpunktkontrollen von Motorrädern

2019 will das Polizeipräsidium Schwaben Nord Schwerpunktkontrollen beim Zweiradverkehr durchführen, und hat dafür eine Motorradkontrollgruppe ins Leben gerufen. Diese wird sich etwa auf Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen und die Überprüfung der technischen Ausrüstung konzentrieren.

Auch Alkoholkontrollen sollen schwerpunktmäßig stattfinden. Denn da handele es sich um Zahlen, die "meiner Meinung nach nicht hingenommen werden können", so Zink. Weiter sei aber auch die Geschwindigkeit ein großes Problem, die für besonders schwere Verkehrsunfälle sorgt. "Mein Appell wäre, häufiger einfach mal mit dem Fuß vom Gas zu gehen und etwas Rücksicht zu nehmen."

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