Polizistenmord vor Gericht: Sachverständiger soll Gutachten zu Panikattacken erstellen

Die Kollegin des ermordeten Polizisten Matthias Vieth verklagt die Täter auf Schmerzensgeld, weil sie immer noch unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Das Gericht hat nun ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Mehr als fünf Jahre ist es her, dass der damals 41-jährige Augsburger Polizist Mathias Vieth im Dienst erschossen wurde. Seine Kollegin, die bei dem Schusswechsel ebenfalls verletzt wurde, verklagt die beiden Täter Rudolf Rebarczyk und Raimund Mayr auf 40 000 Euro Schmerzensgeld. Der erste Verhandlungstag fand bereits im Dezember statt. Gestern entschied das Augsburger Landgericht, wie es weitergehen soll.
Seit dem "Dienstunfall" leide sie an einem Knalltrauma und Panikattacken hatte die 35-jährige Polizistin im Dezember vor Gericht geschildert. Sie arbeitet zwar mittlerweile wieder Vollzeit im Innendienst, doch die psychischen Beeinträchtigungen bestünden nach wie vor. Das Gericht entschied gestern, dass nun ein psychiatrisches Gutachten eingeholt werden soll. Die Kosten in Höhe von 3000 Euro für das Gutachten muss die Polizistin zunächst selbst tragen.
Die beiden Beklagten, Rebarczyk und Mayr, waren bereits in einem Strafverfahren zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Sie haben die Tat bislang nie eingeräumt und werden an dem aktuellen Verfahren nicht teilnehmen. Bis Anfang März sollen die beiden nun ihre Vermögensverhältnisse offen legen.
Nach Einschätzung von Andreas Dumberger, Pressesprecher des Landgerichts für Zivilfälle, wird es nun mindestens ein halbes Jahr dauern, bis die Verhandlung weitergehen kann.

(Von Kristin Deibl)

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