Prozess um Missbrauch auf der Schultoilette hat begonnen

An der Wittelsbacher Grundschule wurde im Oktober ein neun Jahre altes Mädchen missbraucht. Foto: Kristin Deibl

Der Fall hatte im Oktober Entsetzen und eine Debatte über die Sicherheit an Augsburger Grundschulen ausgelöst. Ein Mann verging sich in der Wittelsbacher Grundschule an einer Neunjährigen. Tatort war die Schultoilette. Seit heute steht der 21-Jährige vor Gericht.
Die Anklage: Der Mann sprach das Mädchen auf dem Gang an und folgte ihm dann in die Schultoilette. Dort missbrauchte er das Kind.

Die Kleine schrie um Hilfe. Eine Mitschülerin reagierte genau richtig und wandte sich sofort an einen Lehrer. Diesem gelang es, den Täter zu überwältigen. Er hielt ihn fest, bis die Polizei eintraf.  

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann nun Vergewaltigung und schwerer sexuellen Missbrauch eines Kindes vor.

Angeklagter habe Stimmen gehört, die ihm Tat befahlen

Am heutigen Dienstag begann der Prozess vor dem Landgericht Augsburg. Der 21-Jährige räumte die Tat ein. Angeblich könne er sich aber nicht genau erinnern. Er höre Stimmen, die ihm auch in diesem Fall Anweisungen gegeben hätten. Was in der Anklageschrift stehe, decke sich mit dem, was ihm die Stimmen gesagt hatten, was er tun solle. Der 21-Jährige sagte, er wolle sich entschuldigen, er habe an dem Tag auch Drogen genommen. Heute nehme er Medikamente, es gehe ihm besser, meinte er.

Ein Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Tatverdächtige psychisch krank ist und während der Tat wohl schuldunfähig war. 

Für den Prozess hat das Landgericht vier Verhandlungstage angesetzt.(kd/jaf)

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