Urteil im Prostituiertenmord: Lebenslang für Stefan E.

Stefan E. mit seinen Anwälten Klaus Rödl (mitte) und Michael Zapf (rechts).

Freitag, 10 Uhr: Es wird still im großen Schwurgerichtssaal des Landgerichts Augsburg. Zuhörer und Medienvertreter - der Prozess im so genannten Prostituiertenmord stieß auf großes Interesse - erheben sich, als die Vorsitzende Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser, ihre zwei Kollegen sowie die beiden Schöffen eintreten. Dann verkündet die Vorsitzende das Urteil: Lebenslange Haft für Stefan E. (50).

Das Gericht hat nach vier Monaten der Beweiserhebung in dem reinen Indizienprozess keinen Zweifel: Er war es, der Im September 1993 Angelika Baron ermordet hat. Außerdem wird ihm die Vergewaltigung einer Bekannten im Jahr 2017 zur Last gelegt. 

Für das Gericht ist es ein heimtückischer Mord, denn Baron saß in ihrem Auto, als E. sie plötzlich würgte. Mit einem Angriff habe die Frau, die selten jemanden in Ihr Auto ließ, nicht gerechnet.

Nachdem E. sie gewürgt hatte, schlug er mit einem Möbelfuß auf die Prostituierte ein - davon ist das Gericht überzeugt.

E. selbst nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis. Seine Verteidiger kündigten bereits an, in Revision zu gehen. (mg)

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