Vorsicht an Kuhsee und Co.: Eisdecke auf Augsburger Seen noch nicht dick genug

Bei der Berufsfeuerwehr Augsburg stand am Wochenende eine Eisrettungsübung auf dem Programm. In der Nähe des Fünffingerlesturm übte die Feuerwehr die Rettung eines eingebrochenen Schlittschuhläufers.

Für Wasserwachten und Feuerwehren heißt es bei den aktuellen Temperaturen nicht selten: Eisrettung. Deswegen probten Einsatzkräfte in Augsburg den Ernstfall.

Der Temperatursturz der vergangenen Tage hat dazu geführt, dass sich auf einigen Seen eine Eisschicht gebildet hat. Die Kreiswasserwacht Augsburg-Stadt warnt jedoch eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten. Noch sei die Eisdecke zu dünn, betont die Wasserwacht.

Eisschicht am Kuhsee zu dünn

"Es besteht Lebensgefahr", schreibt die Wasserwacht in ihrer Mitteilung. So sei der Kuhsee beispielsweise seit diesem Wochenende mit einer dünnen Eisschicht überzogen, "diese ist jedoch noch lange nicht dick genug um eine Person zu tragen!".

Damit Eis eine Person mit 75 Kilo Körpergewicht tragen könne, "muss es mindestens zehn Zentimeter dick sein". Für kleinere Personengruppen sollten es mindestens 15 Zentimeter sein. „Damit das Eis so dick wird, braucht man erst einige richtig kalte Wochen“, erklärt Marco Greiner, Pressesprecher der Kreiswasserwacht Augsburg-Stadt. Doch auch wenn das Eis am Rand schon dick genug ist, heißt das nicht, dass es überall Menschen tragen kann. „Warme Strömungen unter dem Eis sind von außen nicht sichtbar und können gefährlich dünne Eisstellen erzeugen.“

„Wer ins Eis einbricht verliert bei den niedrigen Wassertemperaturen schnell das Bewusstsein und läuft so Gefahr zu ertrinken“, warnt Greiner.

Bei der Berufsfeuerwehr Augsburg stand am Wochenende eine Eisrettungsübung auf dem Programm. In der Nähe des Fünffingerlesturm übte die Feuerwehr die Rettung eines eingebrochenen Schlittschuhläufers.

Der Eisläufer wurde von einem Taucher der Berufsfeuerwehr gespielt. Bei einer Eisschichtdicke von 2 bis 3 Zentimeter sei "ein befahren oder begehen für Kinder und Erwachsene höchst Lebensgefährlich“, betont die Feuerwehr. (pm)

Wer trotz allem ins Eis einbricht sollte unbedingt:

• laut um Hilfe rufen,
• in jedem Fall vermeiden, dass er unter das Eis gerät,
• sich so wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren.
Zeugen eines solchen Unfalls sollten:
• sofort Hilfe holen über die Notrufnummern 112,
• die eingebrochene Person beruhigen und unbedingt weiter beobachten
• mit Hilfe von Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnliche Gegenstände die zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern,
Wenn es gelingt den Verunfallten ans Land zu ziehen, ist es wichtig, ihn unbedingt vor Kälte zu schützen und möglichst wenig zu bewegen. Ist der Verunfallte bewusstlos muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden, hat er einen Herz-Kreislauf-Stillstand, muss umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden.

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