Chronische Nierenerkrankungen bei der Katze

Nierenerkrankungen bei Katzen werden oft erst spät erkannt - Mattigkeit kann ein Anzeichen sein

Die Tierärztin rät*

Die Nieren der Katze haben, wie beim Menschen, vielfältige Funktionen. Unter anderem regulieren sie den Wasserhaushalt des Organismus und filtern Abfallstoffe aus dem Blut, die über den Urin ausgeschieden werden.

Da Katzen reine Fleischfresser sind, müssen ihre Nieren einen hohen Anteil an Eiweiß aus der Nahrung verarbeiten. Das belastet diese Organe vergleichsweise stark, mit zunehmendem Alter eines Tieres kommt es daher sehr häufig zu einer chronischen Erkrankung der Nieren. Bei Katzen ist sie unheilbar, früher oder später kommt es unweigerlich zu einem Nierenversagen.

Weil aber die Nieren eine hohe Reservekapazität haben, wird ihre eingeschränkte Funktion oft erst spät bemerkt, wenn der Organschaden schon erheblich ist. Zunächst fällt auf, dass die Katze übermäßig viel trinkt und häufig Urin absetzt. Außerdem wird ihr Fell zunehmend stumpf und struppig. Betroffene Katzen zeigen mit Fortschreiten der Erkrankung üblen Maulgeruch, mangelnden Appetit und Erbrechen sowie damit verbundenen Flüssigkeitsmangel und Gewichtsverlust.

Damit chronische Nierenerkrankungen schon vor dem Auftreten der unspezifischen Symptome erkannt werden, sollten Katzen ab einem Alter von etwa acht Jahren jährlich dem Tierarzt für eine Blut- und Urinuntersuchung vorgestellt werden. Eine eventuelle Schädigung der Nieren kann zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, doch je früher sie erkannt wird, desto besser kann der Mensch die Katze unterstützen. Nierenschonfutter und verschiedene Arzneimittel (wie etwa Phosphatbinder und Blutdrucksenker) verzögern das Fortschreiten der Nierenschädigung und können so zu einer signifikant verlängerten Lebenserwartung des Tieres wesentlich beitragen.

*Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg

 

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