Steckbrief: Degus

Degus sind ‚quietschlebendig‘, sehr sozial und immer in Bewegung

Oder: Welches Tier passt zu mir?*

Allgemein: Mit Fell, großen Ohren und dunklen Knopfaugen wirken Degus auf den ersten Blick wie etwas groß geratene Farbmäuse. Tatsächlich aber gehören die geselligen kleinen Pflanzenfresser zu den Strauchratten und sind entfernt verwandt mit den Stachelschweinen. Sie werden 12 bis 20 Zentimeter groß, der borstig-buschige Schwanz erreicht fast dieselbe Länge. Es gibt sie in Grau-Braun, als Haustiere auch in unterschiedlichen Farbschlägen von gescheckt bis blau.

Ursprünglich stammen Degus aus Chile, wo sie in größeren Clanverbänden in halbtrockenen Arealen an den Westhängen der Anden leben. Hier haben die tag- und dämmerungsaktiven Nager reichlich Platz, ihr großes Lauf- und Kletterbedürfnis auszuleben, Gänge und Höhlen zu graben und Erdhügel aufzuhäufen. Degus sind das ganze Jahr über aktiv und halten keinen Winterschlaf. Leise sind sie auch nicht, sie rufen, pfeifen, fiepen, knirschen und derlei mehr. In Heimhaltung können Degus handzahm werden, sind aber trotzdem keine Schmusetiere. Zudem ist Vorsicht geboten, denn sie verlieren recht schnell ihren Schwanz, der dann auch nicht nachwächst.

Lebenserwartung: 4 – 8 Jahre

Haltung: Degus müssen unbedingt zu mehrt gehalten werden und brauchen viel Platz und Auslauf. Ein Käfig muss entsprechend groß und nagesicher sein (kein Kunststoff), standardmäßig ausgestattet mit Sandbad, Futter- und stets frisch gefülltem Wassernapf. Zur abwechslungsreichen Gestaltung auf möglichst mehreren Ebenen eignen sich Steine, Häuschen, Röhren und Klettergelegenheiten, Schattenplätze, tiefe staubarme Einstreu, Stroh und Heu zum Buddeln sowie unbehandelte Obstbaumäste mit Rinde zum Nagen. Auch ein tiergerechtes Laufrad wird gern genutzt, Gegenstände aus Keramik erleichtern die Krallenpflege.

Beim Freilauf in einer Wohnung knabbern die neugierigen Tierchen alles an, was sie erreichen – also auch Möbel, Pflanzen oder ungesicherte Elektrokabel, ein Auslauf im Freien muss auch unterirdisch gesichert sein.

Futter: In freier Wildbahn ernähren sich die Pflanzenfresser von Gräsern, Wurzeln und Rinde. Als Haustiere sind sie mit stets reichlich Heu und frischen oder getrockneten Kräutern, Wasser und Nagematerial gut versorgt, dazu etwas Gemüse wie Kohl oder Gurke. Fertigfutter nur mäßig geben und auf Obst besser verzichten, da Degus schnell Diabetes entwickeln.

Zum Tierarzt bei: Apathie, Durchfall, Veränderungen von Fell, Haut, Augen, Zähnen und Krallen, Gewichtsverlust, auffallend häufiges Trinken und/oder Harnlassen.

* Ein Service des Tierschutzvereins Augsburg und Umgebung e.V.

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