Sibylle Berg erhält den Brechtpreis der Stadt Augsburg

Sibylle Berg ist die zehnte Preisträgerin des Augsburger Literaturpreises. Foto: Joseph Strauch

Der Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin, Dramatikerin und Kolumnistin Sibylle Berg. Der mit 15 000 Euro dotierte Preis feiert heuer sein 25-jähriges Jubiläum und wird im Februar zum insgesamt zehnten Mal vergeben. Aktuell wird der Literaturpreis zu Ehren des in Augsburg geborenen Dichters alle zwei Jahre von einer Jury verliehen.
Sibylle Berg wurde in Weimar geboren. Sie studierte unter anderem Ozeanographie und Politikwissenschaften an der Universität in Hamburg. Seit 1995 lebt sie in Zürich und Tel Aviv und hat die Schweizer Staatsbürgerschaft. Ihr Werk umfasst 25 Theaterstücke, 14 Romane und wurde in rund 34 Sprachen übersetzt. Sie hat bereits diverse Preise und Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Wolfgang Koeppen-Preis (2008), den Thüringer Literaturpreis (2019), den Nestroy-Theaterpreis (2019), den Schweizer Buchpreis (2019) für "GRM - Brainfuck" sowie den Schweizer Grand Prix Literatur 2020.
Auch die Jury des Augsburger Literaturpreises, bestehend unter anderem aus Literaturkritikern, Literaturwissenschaftlern und Brecht-Experten, hat sich nun entschieden, die Autorin auszuzeichnen. Sybille Berg sei eine "Virtuosin der literarischen Kälte und der Klarheit, eine Meisterin des nüchternen Blickes und der illusionslosen Analyse" heißt es in der Begründung der Jury. Sowohl für Brecht als auch für Berg diene die Literatur als ein Mittel, "Bosheit und Not samt deren Ursachen mit brutaler Offenheit zu benennen."
In all ihren literarischen Betätigungsfeldern, ob als Kolumnistin für den Spiegel, Dramatikerin oder Romanautorin, gehe Berg den Konflikten der Gegenwart auf den Grund.
So spüre sie in ihrem jüngsten Roman "GRM" den Zusammenhängen zwischen technischer und politischer Enthemmung, Überwachungstechnologie und "neoliberaler Verwertungsbesessenheit" nach, die in der Zukunftsvision ihres Romans die Menschen bis in den Kern seiner Persönlichkeit zu manipulieren versuchen.
Die Preisverleihung wird am Dienstag, 18. Februar, und damit während des Brechtfestivals, um 19 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses stattfinden. Julia Encke, Literaturchefin des Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hält die Laudation, ein Begleitprogramm mit Auftritten des Staatstheaters Augsburg und der Band "Kreidler", die schhön mehrfach mit Berg auf der Bühne stand, ist ebenfalls geplant. Das Staatstheater zeigt einen Ausschnitt aus der Inszenierung "Und jetzt: die Welt!" nach dem Theatertext von Sibyller Berg.
Neben geladenen Gästen hat auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit, an der Preisverleihung teilzunehmen. Ein Kontingent an kostenlosen Karten kann, solange der Vorrat reicht, in der Bürgerinfo am Rathausplatz abgeholt werden.
Den Bertolt-Brecht-Preis verleiht die Stadt Augsburg seit 1995 alle drei Jahre und seit 2016 alle zwei Jahre an Persönlichkeiten, die sich in ihrem literarischen Schaffen durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart auszeichnen. Das jeweils ausgezeichnete Werk soll in Beziehung zu Bertolt Brecht stehen und dessen Geist weitertragen.

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