„Die Zeiten sind wieder brechtischer geworden“

Regisseur Jürgen Kuttner ist einer der beiden neuen Leiter des Brechtfestivals. Foto:Barbara Löblein

In Augsburg, der Heimatstadt Bertolt Brechts, beginnt am Freitag das Brechtfestival. Heute wäre der Lyriker 122 Jahre alt geworden.

Heute wäre Bertolt Brecht 122 Jahre alt geworden. Nur wenige Tage später, am 14. Februar, beginnt in seiner Heimatstadt Augsburg das Brechtfestival. Die Stadt ehrt mit der zehntägigen Veranstaltungsreihe einen der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 

Brecht kam 1898 in Augsburg zur Welt und wurde im Laufe seines Lebens zu einem weltbekannten Theaterautor. Er starb 1956 in Berlin. Brechts Stücke werden bis heute auf allen Kontinenten gespielt. Nicht Brecht ist „immer noch aktuell“, sondern „die Zeiten sind wieder brechtischer geworden“, sagt der Berliner Regisseur, Radiomoderator und Kulturwissenschaftler Jürgen Kuttner, der mit seinem Kollegen Tom Kühnel die künstlerische Leitung des Brechtfestivals 2020 innehat. Mit der kommenden Ausgabe wollen die neuen Festivalleiter den Blick auf den wilden, lauten, „punkigen“ – und dabei nicht minder scharfsichtigen – Brecht lenken.

Die beiden Theaterregisseure lösen Patrick Wengenroth nach drei Jahren als Leiter ab und wollen mit dem Festival ihren ganz eigenen Weg gehen. Die neuen Veranstalter wollen die Stücke und Texte des Dramatikers allerdings nicht gewaltsam zu Parabeln für aktuelle gesellschaftliche Probleme machen. Stattdessen soll für alle Beteiligte der Spaß im Vordergrund stehen. So gibt es auf dem Außengelände des Veranstaltungsorts Martini-Park etwa ein Riesenrad, Popcorn und gebrannte Mandeln. Man wolle „den Spaß-Brecht, den Plärrer-Brecht, den Jahrmarkt-Brecht entdecken“, sagen die Veranstalter.

Ein großes Gastspiel steht allerdings auch auf dem Plan. Das Schauspiel Hannover ist am Freitag, 14. Februar, um 20.30 Uhr im Martini-Park mit Heiner Müllers „Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution“ zu sehen, das Kühnel und Kuttner dort gemeinsam inszeniert haben.

Da das Textilmuseum 2020 als Standort nicht zur Verfügung steht, finden die zwei größten Veranstaltungen im Martini-Park und im Kongress am Park statt. Die Lange Brechtnacht, die der Musik seit Jahren eine eigene Plattform im Rahmen des Brechtfestivals bietet, geht am Samstag, 15. Februar, in der Kongresshalle über die Bühne.

Das Festival endet am 23. Februar mit einem Liederabend zu Brechts Komponisten Hanns Eisler. 

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