Arbeitskreis Wohnen Augsburg baut erstes "Little Home" für Obdachlose

Das Little Home möchte einen Platz zum Schlafen und Schutz vor Kälte bieten

Ein kleines Holzhäuschen auf Rädern, außen: Ein freundlicher blau-gelber Anstrich, Innen: Ein Bett, ein Klapptisch, zwei Fenster und eine kleine Campingtoilette. Das ist Augsburgs erstes "Little Home", das einem Menschen, der sonst auf der Straße leben müsste, ein Mindestmaß an Schutz und Privatsphäre bieten soll.

Gebaut wurde es auf einem Workshop des Arbeitskreis Wohnen Augsburg. Dieser hat sich nun an die Öffentlichkeit gewandt. Denn fertiggestellt wurde das Häuschen bereits im Juli. Seitdem sucht der Arbeitskreis nach einem Standort für das kleine Hilfsprojekt.

"Es soll kein Hotelzimmer sein"

Die Aufgabe des Arbeitskreises: Eine minimalistische Unterkunft für Menschen bieten, die von Obdachlosigkeit betroffen sind. "Es soll kein Hotelzimmer sein", sagt Sven Lüdecke, Gründer des Vereins Little Home Köln. "Es soll einen vorübergehenden Schutz vor Nässe und Kälte geben. Man soll Gelegenheit haben, seine Gedanken neu zu sortieren. Zu gucken, welche Schritte muss ich machen, um hier wieder rauszukommen, wieder ins Leben zu kommen."

In Köln rief Lüdecke die Initiative "Little Home" ins Leben. In Köln und in anderen Städten gibt es inzwischen über 100 Little Homes. Sie sind so beliebt, dass in Köln aktuell 17 000 Menschen auf der Warteliste für ein Häuschen stehen. In Augsburg steht das Haus allerdings weiterhin leer. "Wir suchen seit Juli nach einem Standort für das Häuschen und haben bisher leider noch nichts Passendes gefunden" erzählt Lena vom Arbeitskreis Wohnen.

Das Augsburger "Little Home" ist auf einem mit Hilfe von Sven Lüdecke organisierten Workshop entstanden, den der Arbeitskreis als Teil der "Meins-Eigentumskonferenz" der Solidarischen Stadt Augsburg organisierte. Finanziert wurden die 1250 Euro für das Häuschen mit Hilfe von Zuschüssen durch das Büro für bürgerschaftliches Engagement der Stadt Augsburg, sowie die Arno-Buchegger-Stiftung Augsburg.

Nachdem das Little Home einen Monat in der Augsburger Innenstadt Aufmerksamkeit auf die Thematik sozialverträgliches Wohnen lenken sollte, sucht der AK Wohnen nun einen geeigneten Bewohner. Dazu will der Arbeitskreis das Häuschen per Schenkungsvertrag einem Obdachlosen zur Verfügung stellen.

Doch davor gilt es, das Standortproblem zu lösen. Deshalb wendet sich der Arbeitskreis nun an die Augsburger, um für das erste "Little Home" der Stadt einen Stellplatz zu finden. Auch Unterstützung von offizieller Seite wünscht sich der Arbeitskreis. "Hier muss die Stadt Augsburg aktiv werden und den langfristigen Verbleib des Little Homes ermöglichen," sagt Laura vom AK. "Toll wäre auch die Hilfe von einer Einrichtung der sozialen Arbeit, die die professionelle Betreuung der Bewohner und seine langfristige Verwendung im Sinne seiner Bestimmung sicherstellen kann".

Wer einziehen darf, entscheidet der Arbeitskreis Wohnen nach den Kriterien von Little Home e.V.. Das Little Home soll für einzelne Menschen keine langfristige Lösung sein, sondern ein temporärer Schutzraum als Ausgangspunkt für weitere Schritte und Hilfen. Für Mitarbeiter der sozialen Arbeit seien die Bewohner außerdem verlässlicher erreichbar und für die Menschen in Not könne das entgegengebrachte Vertrauen ein Zeichen dafür sein, dass die Gesellschaft sie nicht aufgegeben hat. (pm)

Weitere Bilder

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

Neueste Kommentare

Blacky
1 Tag 19 Stunden
Lerne von der Geschwindigkeit der Natur: ihr …
2 Tage 1 Stunde
"Wir halten für euch die Stellung": …
2 Tage 1 Stunde
Magnolienblüte nach Kälteeinbruch
3 Tage 12 Stunden
Verlosung: Fahrt zum Straßenzauberer-Festival
3 Tage 20 Stunden


X