Region: Augsburg Stadt

Artenschutz mit Ziege

Mit Vorliebe fressen Ziegen junge Weidentriebe – und erhalten so den Lebensraum von Kiebitz und Co.

Biotop / Regionale Akteure schaffen „grünes Vorzeigeprojekt“ in aufgelassener Kiesgrube

Königsbrunn/Oberottmarshausen. „Beeindruckend, was hier in nur wenigen Jahren entstanden ist!“ Begeistert schaut Sabina Gaßner, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Augsburg und Umgebung, über das abwechslungsreiche Gelände rings um den kleinen See. Wo noch bis zum Jahr 2016 das Bauunternehmen Klausbau Kies abbaute, bieten heute Wiesen, Gebüsch, Wasserflächen, Schilfgürtel, Totholz, Sand- und Feuchtareale abwechslungsreiche Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Bodenbrüter wie der seltene Kiebitz sind hier zuhause, Bluthänfling, Gelbspötter und viele weitere Vogelarten, dazu unzählige Reptilien, Insekten und Schmetterlinge. Ein „ökologisches Filetstück“, fasst Fred Holly von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie im Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben zusammen.

Die noch jungen Weidentriebe im wogenden Grün müssen aber kurz gehalten werden, sonst ist es bald um den vielfältigen Lebensraum geschehen. Diese Aufgabe übernehmen zunächst zehn Ziegen von Gut Morhard, einer benachbarten Einrichtung des Tierschutzvereins. Die rund 3,4 ha in der Königsbrunn-Ottmarshausener Flur bieten für sie reichlich Platz und leckeres Grünfutter. Besonders gerne zeigt Gaßner damit, dass „artgerecht gehaltene Tiere aus der Landwirtschaft einen zentralen Beitrag zur Artenvielfalt“ leisten.

Möglich machte dieses „grüne Vorzeigeprojekt“ das nachhaltige Engagement von Klausbau. Das Traditionsunternehmen erweiterte seine hier vorgesehene Ausgleichsfläche auf das Dreifache und renaturierte das großflächige Areal modellhaft in Absprache mit den Naturschutzbehörden. So entstand auf dem „Gelände östlich der alten B 17 ein echter Schatz für den Natur- und Artenschutz“, zieht Maria-Theresia Mayr, Landschaftsarchitektin und Prokuristin bei der Klaus-Gruppe, zufrieden Bilanz. „Wir übernehmen auch sämtliche Kosten für die aufwendigen Pflegemaßnahmen“, unterstreicht Firmenchef Jörg Klaus sein dauerhaftes Interesse am „Erhalt der Artenvielfalt in diesem Gebiet und darüber hinaus auch für die ganze Region“.

Tier- und Naturschützer aus den unterschiedlichsten Bereichen freuen sich über den gemeinsamen Erfolg. Sie hoffen, „dass dieses wunderbare Beispiel gelungener Zusammenarbeit unterschiedlichster regionaler Akteure“, so Gaßner, weite Kreise zieht und recht viele Nachahmer beflügelt.

Tierparadies Gut Morhard, Landsberger Str. 144, 86343 Königsbrunn, Tel. 082 31 / 340 66 66, www.tierschutz-augsburg.de

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