Nach Brand in der Western-City: Eine gute Nachricht und viele offene Fragen

Der gesamte "Stadtkern" des Freizeitparks Fred-Rai-Western-City ist am Sonntag abgebrannt. Vom Feuer verschon blieben ein Wohnhaus (rechts) und die Freilichtbühne (links, der überdachte Bereich ist die Zuschauertribüne). Ebenso unversehrt sind die Pferdeställe, die Reithalle und die Holz-Ferienhäuser (unten im Bild).

Die Ausfahrt des Kreisverkehrs ist wieder geöffnet, die Straßen sind frei, von der Western-City aber sieht man nicht mehr viel. Die Brandstelle darf nicht betreten werden, doch auch von außen lässt sich das Ausmaß der Zerstörung erkennen. In unmittelbarer Nähe zum „Stadtplatz“ blieb allein das Wohnhaus stehen, und in der Luft hängt noch immer der süßlich beißende Geruch verbrannten Holzes. So verheerend die City jedoch aussieht, ist nicht alles verloren. Der Reitbetrieb geht ab sofort weiter, ob dasselbe auch für die Karl-May-Festspiele gilt, ist noch offen.
„Die Arena steht, und auch der Backstagebereich ist intakt“, sagt Volker Waschk, der am Montagvormittag von Gespräch zu Gespräch gezogen wurde. Viele fordern Antworten, wollen wissen, wie es weiter geht.

Der Manager und Pressesprecher der Fred Rai Western-City in Dasing würde die Antworten sichtlich gerne geben. „Aber sie werden heute genauso wenig konkret sein wie gestern“, fügt Waschk hinzu. „Wir müssen zuerst einmal alles prüfen.“

Vor ihm auf dem Tisch liegt eine Liste, die abgearbeitet werden soll. Die abschüssigen Wege von den Stallungen in Richtung Arena bergen tiefe Krater. Die unzähligen Liter an Löschwasser haben sich hier ihren Weg durch die einstige Western-City gegraben. In der Wand des erhalten gebliebenen Wohnhauses am Stadtplatz ist ein Schaukasten eingelassen.

Ob die Festspiele weitergehen, wird noch bekanntgegeben

Ursprünglich konnten sich die Besucher der City hier eine idyllische Miniaturstadt aus dem Wilden Westen ansehen. Heute liegt die Scheibe zerborsten am Boden, die Züge sind umgefallen und die Häuser in der Hitze verlaufen. Nahe der Stallungen sitzt Volker Waschk, draußen läuft ein Notstromaggregat, der Stromverteilerkasten auf dem Gelände ist nämlich, wie der Strom: weg. „Ich habe im Moment keine Küche“, meint Volker Waschk wild gestikulierend.

Was also solle nun mit den Gästen sein, die für das versprochene Büffet am Rande der Vorstellung bezahlt haben? Auch Tickets gibt es keine mehr, sie fielen, wie so viele Dokumente, den Flammen zum Opfer. „Wir werden innerhalb der nächsten Tage bekanntgeben, ob und wann die Spiele weiter gehen“, erklärt Waschk. Eines aber weiß der Manager auch gestern bereits: Der Reitbetrieb im Bundeszentrum für Rai-Reiten am Rande der Western-City geht ab sofort weiter. Sämtliche Stallungen und die Holzbauten westlich der abgebrannten City stehen noch. Zum Wiederaufbau der restlichen Gebäude kann er nichts sagen. Auch die Brandursache bleibt unklar.

Weder Mutmaßungen noch Spekulationen

In den sozialen Netzwerken, auch auf der Facebook-Seite unserer Zeitung, wurde gemutmaßt, manche Nutzer sehen hinter dem Brand Vorsatz, auch seitens der City-Betreiber. Volker Waschk trifft auch hierzu keine Aussage. „Dass es jemand von uns war, würde ich sogar jetzt schon ausschließen“, erklärt er dennoch. Das mache keinen Sinn.
Über das Gelände laufen zwei Polizeibeamte, sie begutachten die Brandstelle, die Wege, Stallungen und weitere Gebäude. Hin und wieder machen sie sich Notizen, doch eine Auskunft können auch sie noch nicht geben. Sie erwarten wie Volker Waschk und das Team der Western-City die Tage der Prüfung.

Das Gelände ist in über vierzig Jahren gewachsen und auch von Herzblut und persönlichen Gegenständen des 2015 verstorbenen Gründers Fred Rai durchzogen. „Das hatte seinen Charme, den kriegt man mit einem Neubau nicht so her“, sagt Waschk. (bb)

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