Bürgerbegehren: Rettet die Welt(wiese) und weitere Grünanlagen in Augsburg

von LeserReporter Eva-Marie Springer aus Augsburg-Stadt

Die Weltwiese ist eine ökologisch wichtige Grünfläche zwischen den Wohnblöcken der Carl-Schurz-Straße und dem Reese-Areal. Die V-Partei³ will sie schützen und mit einer Streuobstwiese ökologisch aufwerten

Kriegshaber: V-Partei³ will geplante Umweltzerstörung mit Bürgerbegehren stoppen und stattdessen eine Streuobstwiese anlegen

Mit einem Bürgerbegehren versucht die V-Partei³, in Augsburg weitere Grünflächen vor Bagger und Versiegelung zu schützen. Konkret geht es um die 6 Hektar große Weltwiese in Kriegshaber, die früher als Sportfläche der Amerikaner diente und nun nach dem Wunsch von CSU, SPD und Grüne bebaut werden soll. 

Hintergrund ist das im Augsburger Stadtrat beschlossene Stadtentwicklungskonzept, mit dem die Augsburger Stadtverwaltung nun beauftragt wird, den Flächennutzungsplan neu aufzustellen. Darin enthalten ist auch die geplante Bebauung der letzten blühenden Wiese innerhalb der Stadt Augsburg. Die sogenannte „Welt-Wiese“ in Kriegshaber, nördlich der Bürgermeister-Ackermann-Straße und östlich der Carl-Schurz-Straße umfasst eine Fläche von circa 6 Hektar.

"Es ist ein unglaublicher und bitterer Widerspruch, dass sich die Grünen im Vorjahr an das bayerische Volksbegehren „Artenvielfalt“ drangehängt haben und hier in Augsburg zusammen mit CSU und SPD weiter für die Vernichtung von Lebensraum und Artenvielfalt stimmen“,

hält OB-Kandidat Roland Wegner den Grünen den Spiegel vor. Wesentliche Ursache für den Rückgang heimischer Tier- und Pflanzenarten ist die Verarmung und der Verlust der Lebensräume durch Flächenversiegelungen und der Einsatz von Giften durch die Landwirtschaft.

Die Welt-Wiese als eine der letzten verbliebenen Grünflächen innerhalb der dichten Besiedelung biete bereits jetzt Lebensräume vor allem für viele Insekten und Vögel und laut Beobachtungen auch für Feldhasen. Sie hätte jedoch ein noch größeres ökologisches Potential für wäre nach den Vorstellungen der V-Partei³ ein umweltpolitisches Vorzeigeprojekt mit Signalwirkung: Die Grünfläche könnte zur biologischen Streuobstwiese aufgewertet werden, die Platz für bis zu 5.000 Bäumen böte. „Wer sich Umweltstadt bezeichnet, muss auch danach handeln“, so Roland Wegner.

Alle könnten von einer anzulegenden Naturoase in Augsburg-Kriegshaber laut der V-Partei³ profitieren:

Der Klimawandel kann wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung. Bäume zu pflanzen hat das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen gemachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen. Jeder Baum kann über Wurzeln, Stamm, Äste, Früchte und Blätter bis zu einer Tonne CO2 im Laufe seiner Lebenszeit speichern. Als mit Bäumen angepflanzte Fläche wäre die „Weltwiese“ neben der Sauerstoffproduktion ein wichtiger Wasserspeicher von bis zu 1,5 Millionen Liter Wasser, welches langsam wieder abgegeben wird und so das Klima nicht nur an heißen Sommertagen positiv beeinflusst. Eine Streuobstwiese böte neuen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die Augsburg durch die massive Bebauung der letzten Jahre massiv zurückdrängte. Die angrenzenden Bewohner könnten sich mit im Sommer und Herbst mit biologischem Obst (Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche, Kiwis) und Nüssen (Haselnüsse, Walnüsse) selbst kostenlos versorgen. Für die Anwohner kann die Streuobstwiese ein Naturcamp werden, die damit direkt die Schönheit der Natur genießen können. Die Aufenthaltsqualität nahe B17 und B300 könnte würde sich bedeutend verbessern.

Dem Argument "fehlende Wohnungen" entgegnet Roland Wegner wie folgt: "Bei 2 Millionen leerstehenden Wohnungen in Deutschland müssen wir im Sinne der Ökologie aufhören, Augsburgs letzte freie Flächen zu versiegeln! Von 15 zur Kommunalwahl antretenden Parteien in Augsburg setzen 14 auf "bauen, bauen, bauen, obwohl wir 2 Prozent leerstehende Objekte im Stadtgebiet haben. Wir stehen für eine echte und verantwortungsbewusste Klimaoffensive und werden uns daher bei der Weltwiese für die Anpflanzung von Obst- und Nussbäumen stark machen. Die Nuss ist die härteste Währung der Welt!"

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