Covid-19 nicht durch Haustiere

Ausgesetzt in einer Kiste – dieser junge Kater hatte Glück und versteht doch die Welt nicht mehr

Tierschutz / Corona-Panik der Menschen gefährdet Haustiere

Augsburg. Wissenschaftlich gesicherte Informationen sind in der Regel eine gute Entscheidungsgrundlage. „Alle Fragen im Zusammenhang mit Haustieren – auch im Hinblick auf Corona – beantwortet gern Ihr Tierschutzverein“, bietet Vorstand Heinz Paula besorgten Tierhaltern an. „Unser geschultes Fachpersonal gibt sachkundig Auskunft, unaufgeregt und medizinisch fundiert“.

Das Angebot hat einen aktuellen Anlass. Derzeit häufen sich Meldungen, dass sich auch Hunde und Katzen mit dem neuen Corona-Virus SARS-CoV-2 anstecken könnten. Nicht immer sind solche Beiträge solide recherchiert oder werden mit der nötigen Aufmerksamkeit gelesen. Manche Tierheime berichten bereits, dass Tiere aus Angst vor Ansteckung abgegeben werden beziehungsweise von einer zunehmenden Zahl an Fundtieren. Auch auf Gut Morhard in Königsbrunn wurde am Abend des 02. April gegen 22 Uhr bei Minusgraden eine Katze vor der Gartentür in einem zuklebten Karton abgestellt. Glücklicherweise fand eine Mitarbeiterin das Tier noch rechtzeitig.

„Ein Tier einfach in einem Karton abzustellen, ist Tierquälerei und herzlos, egal aus welchem Grund“, stellt Paula ohne Wenn und Aber klar. Der eventuellen Angst vor Ansteckung hält er Fakten entgegen:

1) Das bei Katzen weit verbreitete Corona-Virus ist wirtsspezifisch und nicht zu verwechseln mit dem für Menschen gefährlichen SARS-CoV-2.

2) Es ist kein Fall bekannt, in dem sich ein Mensch bei Hund oder Katze mit SARS-VoV-2 angesteckt hätte. Andersherum ist das aber Berichten zufolge möglich, ein Mensch kann also unter besonderen Umständen seine Katze mit Covid-19 anstecken.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) erklärt aktuell, „es gibt bisher keine Hinweise, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen“. Das bestätigen auch das European Centre for Disease Control und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Daher rät Paula: „Bitte keine Panik. Einfach das eigene Tier wie gewohnt gut behandeln, mit ihm spielen und es auch streicheln. Und wie immer: Hände waschen nicht vergessen!“

Fragen beantwortet gern der Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V., Telefon 0821 / 455 290-0, täglich zwischen 9 und 16 Uhr. www.fli.de, www.tierschutz-augsburg.de

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