Region: Augsburg Stadt

Einst hätte an der Kahnfahrt ein großer Binnenhafen entstehen sollen: Warum Augsburg doch keine Hafenstadt wurde

Warum Augsburg keine Hafenstadt wurde, erfährt man bei einer Ruderpartie am 1. September. Foto: Lina Mann

Begehrt ist die Führung des Buchhändlers Kurt Idrizovic, die er zu den Plänen des Augsburger Architekten und Bauunternehmers Karl Albert Gollwitzer an der Kahnfahrt anbietet. Gollwitzer wollte einst an der Augsburger Kahnfahrt einen großen Binnenhafen errichten.
Man schrieb das Jahr 1901, als Gollwitzer seinen visionären Kanalhafen am Oblatterwall plante, der den Industriestandort Augsburg mit Lastschiffen auf dem Lechwasser an die Donau und von dort über einen weiteren Kanal an den Main anschließen sollte.

Ein sehr teures Unterfangen: Es wurde nichts daraus. Die Eisenbahn war damals als Konkurrent wohl stärker. Die Augsburger konnten sich nicht zum Bau eines Binnenhafens entschließen.

Kurt Idrizovic von der Augsburger Buchhandlung am Obstmarkt nennt seine Führung mit Ruderbooten auf dem Wasser: "Ahoi! Das Abenteuer Augsburg-Hafen". Es ist eine außergewöhnliche Bootsrundfahrt auf dem breiten Stadtgraben der Kahnfahrt um den Oblatterwall herum, auf den Spuren des Gollwitzer-Plans mit Live-Musik und gemeinsamem Singen von bekannten Seefahrts- und Matrosenliedern wie "Junge, komm bald wieder", "Seemann lass das Träumen" und "Ein Schiff wird kommen".

Idrizovic, gut erkennbar mit seiner weißen Kapitänsmütze, sitzt bei seinen Führungen in einem Elektroboot mit Lautsprecheranlage und berichtet darüber, wie hartnäckig Gollwitzer seinen Hafenplan verfolgte. Aus den ersten Arbeiten zum Augsburger Hafen entstand immerhin der breite Wassergraben am Oblatterwall, der zur schönen Augsburger Kahnfahrt wurde. Dort wuchs Bert Brecht auf, über den Kapitän Kurt auch einiges zu erzählen weiß. Natürlich wird bei der Vorbeifahrt am Brecht-Jugendhaus der Mackie-Messer-Song intoniert. 

Und dann, zwischen einem kleinen Wasserfall und den Mauern des Oblatterwalls, taucht ein roter Wasserturm auf. Aus dem obersten Turmfenster schaut Albert Gollwitzer, verkörpert von Schauspieler Volker Stöhr. Dieser erzählt den Menschen in den Ruderbooten von seinen Hafenplänen, seiner Vision, seinen Aktionen dazu und den Fehlschlägen.

Die nächste Führung mit Kapitän Kurt zum geplanten Gollwitzer-Hafen ist am Sonntag, 1. September, um 11 Uhr. Anmeldungen werden in der Buchhandlung am Obstmarkt entgegengenommen, es können aber auch individuelle Termine vereinbart werden. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X