Region: Augsburg Stadt

Eiswarnung - Eisdecke auf Augsburger Seen noch nicht dick genug

von LeserReporter Claudia Wohlhüter

Damit Eis eine Person mit 75 Kilo Körpergewicht tragen kann, muss es mindestens zehn Zentimeter dick sein.

Der Temperatursturz der vergangenen Tage hat dazu geführt, dass sich auf einigen Seen eine sehr dünne Eisschicht gebildet hat. Die Kreiswasserwacht Augsburg Stadt warnt jedoch eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten. Noch ist die Eisdecke zu dünn und noch lange nicht tragfähig. Es besteht Lebensgefahr! So ist der Kuhsee teilweise mit einer hauchdünnen Eisschicht überzogen, diese ist jedoch noch lange nicht dick genug, um eine Person zu tragen! Nach Einschätzung der Wasserwacht wird die notwendige Tragfähigkeit auch noch lange nicht erreicht werden! Damit Eis eine Person mit 75 Kilo Körpergewicht tragen kann, muss es mindestens zehn Zentimeter dick sein. Für kleinere Personengruppen sollten es mindestens 15 Zentimeter sein. „Damit das Eis so dick wird, braucht man erst einige richtig kalte Wochen“, erklärt Marco Greiner, Pressesprecher der Kreiswasserwacht Augsburg-Stadt.

Warme Strömungen unter dem Eis sorgen für Gefahr

Doch auch, wenn das Eis am Rand schon dick genug ist, heißt das nicht, dass es überall Menschen tragen kann. „Warme Strömungen unter dem Eis sind von außen nicht sichtbar und können gefährlich dünne Eisstellen erzeugen. Wer ins Eis einbricht, verliert bei den niedrigen Wassertemperaturen schnell das Bewusstsein und läuft so Gefahr, zu ertrinken“, warnt Marco Greiner. Deshalb der Rat: „Eisflächen auf natürlichen Gewässern besser meiden!“ Wer dennoch nicht auf das natürliche Eis verzichten will, für den sind die Wasserwacht Stationen am Kuhsee, am Autobahnsee und am Bergheimer Baggersee während der Eissaison, an Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen durch die Wasserwacht Augsburg besetzt. Die Wasserwacht Kuhsee und Autobahnsee haben wie jedes Jahr bereits die sog. „Eisleitern“, welche im Ernstfall als Rettungshilfsmittel benutzt werden können, rund um die Seen verteilt.

Der eindringliche Appell der Wasserwacht: Diese Eisleitern sind Rettungshilfsmittel für den Ernstfall und können Leben retten. Bitte beschädigen und/oder entwenden Sie diese Leitern nicht! „Leider werden die von uns aufgestellten Leitern jedes Jahr wieder beschädigt oder gar entwendet.  Am Kuhsee wurde beispielsweise in den letzten Tage eine der Leitern auf den See hinausgeworfen! Ist die Wasserwacht mit speziellem Eisrettungsequipment nicht vor Ort, sind die Leitern das einzig greifbare Hilfsmittel und können Leben retten!“, so Greiner.

Wer trotz allem ins Eis einbricht sollte unbedingt

- laut um Hilfe rufen

- in jedem Fall vermeiden, dass er unter das Eis gerät

- sich so wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren.

Zeugen eines solchen Unfalls sollten

sofort Hilfe holen über die Notrufnummern 112

- die eingebrochene Person beruhigen und unbedingt weiter beobachten

- mit Hilfe von Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnlichen Gegenständen, die zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern.

Wenn es gelingt, den Verunfallten ans Land zu ziehen, ist es wichtig, ihn unbedingt vor Kälte zu schützen und möglichst wenig zu bewegen. Ist der Verunfallte bewusstlos muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden, hat er einen Herz- Kreislauf-Stillstand, muss umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden.

 

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