Kämpferischer Frauen*streik in Augsburg

von LeserReporter Samira Adamek aus Augsburg-Stadt

Am gestrigen Sonntag, 8. März 2020, dem internationalen Frauentag, versammelten sich in Augsburg etwa 400 Menschen zum Frauen*streik auf dem Moritzplatz.

Das Frauen*streikkomitee Augsburg hatte auch dieses Jahr zum Streik unter dem Motto „Wir kochen schon lange – wir machen einen Auflauf“ aufgerufen. Bestreikt werden sollte aufgrund des Sonntags-Termins vor allem die unsichtbar gemachte und unbezahlte Sorgearbeit im Haushalt, in der Pflege und in der Erziehung. "Wir wollen, dass diese Arbeit sichtbar ist und gerechter verteilt wird. Wir alle sind Arbeiterinnen*, wir können alle streiken, auch an einem Sonntag – because we care! Weil wir uns kümmern, weil wir uns sorgen: versorgen und entsorgen, vorsorgen, nachsorgen, umsorgen und so weiter.“ erklärt Samira Adamek vom Augsburger Frauen*streikkomitee.

 

Ein buntes und lautes Zeichen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft

Mit einer Kundgebung und Demonstration setzten die Veranstalter*innen ein buntes und lautes Zeichen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft und gegen die Diskriminierung von Frauen* und queeren Menschen. In unterschiedlichen Reden wurden Themen wie Schwangerschaftsabbruch, körperliche Selbstbestimmung, oder Sorgearbeit und Kapitalismus thematisiert. Weitere Redebeiträge vom Frauen*Bündnis gegen Rechts oder zur Situation von Frauen* in der Pflege machten auf die weitreichenden Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam.

Auf dem Moritzplatz waren außerdem Infostände vom Frauenzentrum Augsburg und dem Rollerderby Augsburg und weiteres Infomaterial von Profamilia in Aktion, dem Deutschen Jugendinstitut und der Augsburger Aidshilfe zu finden. An einem anderen Stand konnten die Besucher*innen Schirme, Beutel und lila Kleidungsstücke mit feministischen Motiven bedrucken.

Die Versorgung während der Kundgebung übernahmen Männer* – sie unterstützten den Frauen*streik mit Essen und Kinderbetreuung.

 

Wir kochen schon lange – wir machen einen Auflauf

Am Nachmittag zog dann der lila Demonstrationszug - begleitet von einer Trommelgruppe, Musik und kämpferischen Rufen – vom Moritzplatz durch die Innenstadt. Vor dem Dom kam es dann zu einer Kunstaktion, bei der sich einige Frauen* ihre Kleidung auszogen und auf ihre Körper geschriebene Botschaften zum Thema körperliche Selbstbestimmung sichtbar wurden.

Zum Abschluss des Streiks wurde nach Brauch der kurdischen Frauen* in einem großen Kreis zusammen getanzt. „Denn wir streiken in Augsburg solidarisch mit allen Frauen* und queeren Menschen weltweit. Wir halten zusammen und werden nicht aufhören, für eine geschlechtergerechte Gesellschaft einzutreten“, so Adamek.

 

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