Region: Augsburg Stadt

Kastration von Hauskatzen

Vorgesorgt – kastrierte Katzen können sich unbeschwert räkeln

Die Tierärztin rät*

Katzen erreichen mit etwa sechs bis zehn Monaten ihre Geschlechtsreife bzw. Fortpflanzungsfähigkeit, weibliche Katzen in der Regel etwas früher als männliche.

Bei Katern erkennt man die Geschlechtsreife daran, dass sie anfangen zu markieren, also Gegenstände mit ihrem intensiv riechenden Urin zu bespritzen. Bei der Kätzin macht sich die Paarungsbereitschaft bemerkbar, indem sie für einige Tage sehr unruhig ist, sich über den Boden rollt und viel schreit. Diese sog. Rolligkeit wiederholt sich nach wenigen Wochen, wenn es nicht zum Deckakt kommt. Kommt es aber dazu, kann eine unkastrierte Kätzin zwei Mal pro Jahr Junge zur Welt bringen.

Ein großes Problem ist das insbesondere bei frei laufenden Katzen. Die unkontrollierte Vermehrung sogenannter Straßenkatzen bringt großes Leid mit sich. Die effektivste Möglichkeit, den ungewollten Nachwuchs zu vermeiden, ist die Kastration, die zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit des kastrierten Tiers führt.

Bei der Kastration handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem die Eierstöcke beziehungsweise die Hoden des Tieres in Vollnarkose entfernt werden. Dadurch werden Kätzinnen nicht mehr rollig und Kater markieren nicht mehr ihre Umgebung. Der ideale Zeitraum für die Kastration ist je nach Rasse und Geschlecht der Katze im Alter von sechs bis acht Monaten, jedenfalls möglichst vor Eintritt der Geschlechtsreife.

Außer der Unfruchtbarkeit hat die Kastration weitere Vorteile – sowohl für die Katze selbst als auch für ihre*n Besitzer*in. Zum einen verändert sich das Verhalten von kastrierten Katzen: Sie sind stärker auf den Menschen bezogen, nachlassend aggressiv und streunen weniger. Dadurch sinkt sowohl das Unfallrisiko im Straßenverkehr als auch die Zahl der Revier- und Konkurrenzkämpfe und damit wiederum das Verletzungsrisiko. Da der Deckakt ausbleibt, sind auch Infektionskrankheiten bei kastrierten Katzen seltener, ebenso hormonell bedingte Krankheiten wie Gebärmutterentzündungen. Aus all diesen Gründen haben kastrierte Katzen eine deutlich höhere Lebenserwartung als „intakte“ Katzen.

* Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg.

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