Von Nigeria nach Augsburg: Neuer IHK-Hauptgeschäftsführer vertrat zuletzt deutschlands wirtschaftliche Interessen in Nigeria

Der neue IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen (rechts) zusammen mit Pressesprecher Thomas Schörg beim Medienfrühstück. Foto: Patrick Bruckner

Marc Lucassen ist seit 1. Januar neuer Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Er tritt die Nachfolge von Peter Saalfrank an, der sein Amt nach 19 Jahren an der Spitze der bayerisch-schwäbischen IHK niedergelegt hat, Lucassen aber noch bis Mai als Berater zur Seite stehen wird. „Für mich ist es ein Wiedereintritt in alte Gefilde“, freut sich Lucassen am Mittwochmorgen, als Pressesprecher Thomas Schörg den 47-Jährigen den Medienvertretern vorstellt. Lucassen will das Unternehmerbild in der öffentlichen Wahrnehmung verbessern.

Die Eltern des gebürtigen Düsseldorfers zogen als er zehn Jahre alt war nach Neusäß. Dort verbrachte er seine Jugend und absolvierte das Abitur. Anschließend studierte er Wirtschaft und Chemie in Freiburg, München, London und Bologna. Berufserfahrung sammelte er an der Universität Freiburg, im Bundestag als persönlicher Assistent des Abgeordneten Martin Pfaff. Zudem sammelte er Erfahrungen in der Industrie und einer Unternehmensberatung. Zuletzt leitete er die Delegation der deutschen Wirtschaft in Lagos in Nigeria.
Vor dreieinhalb Jahren habe er sich dann mit seiner Frau bewusst dafür entschieden, zurück in seine Heimat nach Neusäß zu ziehen.

Als Peter Saalfrank im vergangenen Jahr bekanntgab, dass er als Hauptgeschäftsführer zum Jahreswechsel zurücktritt, hat sich Lucassen beworben und gegen 100 Mitstreiter durchgesetzt. „Mit Marc Lucassen ist es uns gelungen, einen Hauptgeschäftsführer zu finden, der alle wesentlichen Kompetenzen in seiner Person vereint“, begründet IHK-Präsident Andreas Kopton die Entscheidung für den 47-Jährigen und verweist auf die nationalen und internationalen Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen.

„Es hat mich gereizt, zurückzukommen in eine Region, in der ich aufgewachsen bin“, erklärt Lucassen und freut sich auf seine Arbeit in der IHK Schwaben: „Sie ist die zehntgrößte Kammer und spielt in der Oberliga“. Wichtig sei ihm vor allem, an dem von der IHK in Zusammenarbeit mit den Unternehmen im vergangenen Jahr erarbeiteten Programm festzuhalten.

2500 Stellen in der Automobilindustrie gefährdet

Im Fokus stehen laut Lucassen mit der Aus- und Weiterbildung der Markenkern der IHK und eine Verbesserung des Unternehmensbildes in der Bevölkerung. Wie genau er die öffentliche Wahrnehmung verbessern will, müsse erst noch erarbeitet werden. Die Augsburger Start-Up-Szene könnte dabei allerdings behilflich sein.

Risiken sieht der neue Hauptgeschäftsführer in der Automobilindustrie. Digitalisierung, Elektromobilität und autonomes Fahren fordern diese zur Umstrukturierung. In den kommenden Jahren könnten in Mitgliedsunternehmen der IHK-Schwaben deshalb rund 2500 Arbeitsplätze wegfallen.

„Ich werde oft in München sein“, kündigt Marc Lucassen an, denn er will in engem Austausch mit dem Wirtschaftsministerium stehen, dabei parteipolitisch aber völlig unabhängig bleiben.
Die IHK Schwaben vertritt im Regierungsbezirk Schwaben 140 000 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie ist seit 1843 das Selbstversorgungsorgan der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts berät sie Unternehmen, bündelt und vertritt deren Interessen und bildet Menschen in der Region aus und weiter.

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