Region: Augsburg Stadt

"Nur mal kurz" kann schnell zu lang sein

Die Tierärztin* rät:

Trotz Warnungen lassen Hundehalter ihren treuen Vierbeiner häufig in praller Sonne im Auto zurück – vor allem im Sommer oft mit schweren Folgen. Denn der Innenraum des Fahrzeuges kann bei Sonneneinstrahlung und Hitze zu einem wahren Backofen werden und schlimmstenfalls sogar zur Todesfalle.

Das liegt an mehreren Faktoren. Zum einen schwitzen Hunde nicht wie Menschen, Schweißdrüsen haben sie lediglich im Bereich der Pfoten. Für Abkühlung sorgen bei Hunden vor allem Hecheln und verdunstendes Nasensekret. Doch diese Art der Temperaturregulation hilft nur bedingt, vor allem bei Hunden mit langem beziehungsweise dichtem Fell oder einer verkürzten Nase ist der Effekt gemindert.

Dazu kommt, dass in Pkws die Temperaturen schon in kurzer Zeit massiv ansteigen können. Das liegt vor allem an der Sonneneinstrahlung durch die Fensterscheiben, die auch bei bedecktem Himmel erheblich sein kann. Auch die fehlende Luftzirkulation im Wagen und eine dadurch entstehende hohe Luftfeuchtigkeit tragen zum Effekt bei. Dagegen helfen selbst einen Spalt weit geöffnete Wagenfenster nichts.

Sofortiger Handlungsbedarf besteht, sobald der Hund im Wagen stark hechelt, die Schleimhäute im Maul auffallend rot verfärbt sind, der Hund taumelt, erbricht, schwankt oder die Atmung plötzlich flach wird. Der wichtigste Schritt die Befreiung des Tieres, das dann gleich abgekühlt werden muss. Der Hund sollte in den Schatten gebracht und sein Fell sollte mit reichlich Wasser getränkt werden, um Kühlung durch Verdunstung zu erzeugen. Bieten Sie dem Tier unbedingt Wasser zu trinken an. Ein Besuch beim nächstgelegenen Tierarzt ist unverzichtbar und sollte immer zeitnah nach der Rettung des Hundes erfolgen, da auch eventuelle Spätfolgen noch tödlich sein können.

Aber was ist zu tun, wenn ein fremder Hund im Auto leidet? Rufen Sie in solch einem Fall die Polizei, die Feuerwehr oder die Tierrettung an und schildern Sie die Lage. Versuchen Sie außerdem, den Besitzer des Wagens ausfindig zu machen, womöglich befindet er sich noch im näheren Umfeld. Vorsicht jedoch beim Scheibe einschlagen, denn das kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

* Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg

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