"Plastikfreies Augsburg" - Auf die CO²-Bilanz kommt es an

von LeserReporter vhs Augsburg Stadt aus Augsburg-Stadt

Dr. Norbert Stamm und Sylvia Schaab zeigen beim Augsburger Nachhaltigkeitstalk mit dem Publikum auch plastikfreie Produkte und Konzepte aus dem Raum Augsburg.
 

Nur noch Pfandgefäße, fast keine oder keine Mülleimer, kein Mikroplastik mehr von abgefahreren Reifen mehr in Augsburg, da dort keine Autos mehr fahren. Wer noch unterwegs ist hat einen guten Grund: Pfandboxen in die Läden zu transportieren. Die Unternehmen betreiben Kreislaufwirtschaft, die Messe verleiht modulare Systeme die wiederverwendet werden und viele Besitztümer die man nicht täglich braucht, werden geteilt oder geliehen. Alles ist plastikfrei und ressourcenschonend. Mit dieser Vision gab Buchautorin Sylvia Schaab den Startschuss zum Augsburger Nachhaltigkeitstalk "Zukunft ohne Plastik" der AG Bildung und Nachhaltigkeit - in der auch die vhs Augsburg Stadt MItglied ist - am vergangenen Donnerstag im Haus St. Ulrich.

Die Frage: Was kann eine Kommune wie Augsburg tun, um den Plastikverbrauch und -müll zu minimieren? Könnten wir Plastik komplett abschaffen? Was sind die Alternativen? Reiner Erben, Umweltreferent der Stadt Augsburg, Julia Hübinger, Rollende Gemüsekiste, Jonas Riegel, Vorstand Stadtjugendring, Prof. Dr. Wolfgang Rommel, Bifa Umweltinstitut, Sylvia Schaab, Journalistin und Leiterin des Forums Plastikfreies Augsburg. Zunächst nicht angekündigt, stellte sich auch Andreas Gärntner, Leiter des Handelsverband Bayern e.V. im Bezirk Schwaben der Plastikfrage. Die Podiumsdiskussion moderierte Dr. Norbert Stamm, Leiter des Büros für Nachhaltigkeit mit Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 der Stadt Augsburg.

Infostände zu plastikfreiem Leben

Mit Info-Ständen waren u.a. vor Ort: RutaNatur, Rollende Gemüsekiste, SoLaWi, Forum Plastikfreies Augsburg, Lifeguide Augsburg, die Werner Eck Schule, SoloNatur Seife, sowie die Wachstuchfrau. Und das Fazit? Ganz ohne Plastik wird es wohl nicht gehen, so Prof. Rommel der die Materialwirtschafts- und Wissenschaftsseite vertrat. Von Isolierkabel für Elektrofahrzeuge oder in Windanlagen oder Solarpanelen. Als Werkstoff für leichte Fahrzeuge, manchmal sogar auch als Verpackung ... Vernünftig eingesetzt, und in einem vernünftigen Wertstoffkreislauf, sei Plastik letztlich manchmal sogar in der Gesamtökobilanz der ressourcenschonendere Wert- und Werkstoff. Außerdem sei der Erdöleinsatz recht gering – nur ungefähr 2,5 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Im Prinzip sei Kunststoff nichts anderes als ganz unterschiedlich gewinnbarer Kohlenstoff und Wasserstoff mit einigen Zusatzstoffen.
Aber, hier waren sich alle einig: Nicht das Plastik unsortiert, als schlecht wiederverwertbarer Verbundstoff und nicht zum Verbrennen in einer versifften Restmülltonne. Nicht Plastik das nach Vietnam und Indonesien verschickt wird, und dessen nicht-verwertbare Reste dann in den Flüssen und im Meer landen. Und: Jedes vermiedene oder wiederverwendete Plastik oder jedes nicht unnötig konsumierte Produkt, sei letztlich das beste Produkt. Reduce - reuse - recyle.

Unnötigen Konsum und Verpackungen meiden

Erkennbar war: Wie dies für eine Stadt wie Augsburg funktionieren kann, darüber macht sich in Augsburg neben dem Forum Plastikfreies Augsburg e.V. auch z.B. das Team des Modular-Festival des Kreisjugendrings viele Gedanken und bringt diese auch - unterstützt vom Umweltreferat der Stadt, das sich z.B. um Themen wie die Wertstofftonne kümmert - zunehmend in die übrige Stadt-Eventplanung ein. Nützliches Grundwissen über Unterschiede zwischen Duroplasten und Thermoplasten bei der Recylebarkeit, die Information dass tatsächlich nur rund 40 Prozent des Kunststoffs in Deutschland im Verpackungsbereich zum Einsatz kommt, uvm. steuerte Prof. Rommel vom Bifa-Umweltinstitut bei. Jeder könne mitmachen, indem er sich Gedanken macht und z.B. in Handel und Logistik, Pfandsysteme nutzt und Plastik meidet.

Bessere Steuerung mindestens EU-weit notwendig

Doch letztlich, so gab Rommel zu bedenken, komme es auf eine sinnvolle Steuerung durch Anreize zum Ressourcensparen - wie beispielsweise durch endlich angemessene, höhere CO² Besteuerung - mindestens auf EU-Ebene, besser weltweit - an. Dann nämlich käme es nicht mehr auf einzelne rühmliche Vorbilder wie die "Rollende Gemüsekiste" an, die teureres Papier und Pfandkistensysteme verwenden statt Plastik, sondern jeder und jeder Händler und Produzent würde automatisch beginnen, Plastik zu reduzieren, wo immer es sich vermeiden ließe. Dem widersprach auch der Leiter des Schwäbischen Handelsverbands, als Vertreter der Wirtschaft, nicht.

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