Späte Erinnerung an AWO-Gründer Clemens Högg

Zur Erinnerung an den Sozialdemokraten, Widerstandskämpfer, Bayerischen Landtagsabgeordneten und Gründer der Arbeiterwohlfahrt in Augsburg und Neu-Ulm wurde kürzlich an der Hausfront Metzstraße 37 der Wohnungsgenossenschaft Augsburg-Südwest in Augsburg/Pfersee eine Tafel angebracht. Dort wohnte Högg im ersten Stock links von 1927 bis 1939. Ein „Stolperstein“ soll noch folgen. Högg wurde 1880 in Wurzach geboren und nach einem misslungenen Mordversuch durch SS-Leute in seiner Wohnung wurde er Anfang März 1933 verhaftet und im Augsburger Gestapogefängnis bis Juni festgehalten. Von August 1933 bis Oktober 1934 war Högg als politisch Andersdenkender Häftling im Konzentrationslager Dachau. Im September 1939 wurde das frühere Landtagsmitglied erneut festgenommen. Er wurde diesmal in das KZ Oranienburg-Sachsenhausen eingeliefert. Högg war etwa 18 Monate lang in eine Betonzelle eingesperrt, in der er weder aufrecht Stehen noch ausgestreckt Liegen konnte, folge der haftbedingungen waren seine Erblindung und eine Beinamputation. Die KZ-Insassen wurden wegen Herannahens der Ostfront im März 1945 ins KZ Bergen-Belsen gebracht. Clemens Högg ist dort gestorben, nähere Todesumstände sind nicht bekannt.

Stefan Gruber

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